ILO Motor zu Brütsch Mopetta

Aktuell wird wieder einmal ein (so lässt uns zumindest der Verkäufer glauben) Brütsch Mopetta Motor auf eBay angeboten.

http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=270475539632&ssPageName=STRK:MEWAX:IT

ILO Piano Motor mit Seilzugstarter und 2-Gang Getriebe

ILO Piano Motor mit Seilzugstarter und 2-Gang Getriebe

Ich möchte mal etwas klarheit schaffen und die Unterschiede zwischen den „normalen“ ILO Moped Motoren und dem 3-Gang Modell mit Seilzugstarter der in der Mopetta verwendet wurde aufzeigen.

Wie so viele andere „Kleinsthersteller“ hat auch Egon Brütsch die Motoren für Seine Fahrzeuge bei den Herstellern bezogen im Fall der Mopetta viel die Wahl auf den Typ Piano V50 / V54 mit 3-Gang Getriebe. Dieser Motor wurde auch in einigen Versehrtenfahrzeugen eingesetzt ist aber in Moped kaum zu finden. Desshalb ist dieser Motor auch sehr selten und entsprechend teuer, sollte doch mal einer zum Verkauf stehen.

Infos zu ILO: http://de.wikipedia.org/wiki/ILO-Motorenwerke

Ausserlich unterscheiden sich die 2- und 3-Gang Motoren nur durch die Form des Schalthebels. Sonst sind die Motoren bis auf das Getriebe und die Schaltelemente identisch. Da aber keine 3-Gang Getriebe Teile auf dem Markt vorhanden sind, lässt sich ein 2-Gang Motor nicht einfach „aufrüsten“. Neben dem Getriebe hat der „richtige“ Mopetta Motor auch ein etwas anderes Lüftergehäuse mit einer Befestigungsöse für die Aufnahme am Rahmen. Der Moped-Motor werden in der Regel über die Öse am Zylinderkopf befestigt und haben keine Öse am Lüftergehäuse. Der Seilzugstarter überträgt seine Rotation über eine längere 6-Kant Mutter die auf das Lüfterrad fixiert. Leider sind die Seilzugstarter der anderen, nicht sehr seltenen ILO Baumaschienen etwas grösser und lassen sich nicht für den Piano Motor verwenden.

Auf dem Nachfolgenden Bild sieht man die Schalthebel der beiden Motoren.

ILO Motoren - Schalthebelvergleich 2 / 3 Gang

ILO Motoren - Schalthebelvergleich 2 / 3 Gang

In den letzten Jahren ist es mir gelungen 3 Stück dieser wirklich seltenen Motor zu finden. Einer steckt nun in der Mopetta von Bruce Weiner und einer in meinem Fahrzeug und einer liegt im Regal als Ersatzmotor.

Ich habe noch 2 Ilo Piano Motoren mit 2-Gang Getriebe, einer mit Seilzugstarter die ich verkaufen würde. Bei Interesse kann man sich bei mir melden…

ILO 3-Gang Motor für Brütsch Mopetta

ILO 3-Gang Motor für Brütsch Mopetta

Mopetta wieder einsatzbereit !

Wie bereits berichtet, hatte ich ja ein kleines Maleur am Jahrestreffen, der Hinterradaufhängungsgummi hatte sich verabschiedet und dadurch wurden einige andere Chassis-Teile in Mitleidenschaft gezogen.

http://www.rollermobilclub.ch/schrecksekunde-am-jahrestreffen-mopetta-liegengeblieben/

http://www.rollermobilclub.ch/mopetta-reparatur-hinterradfederung/

nun ist alles wieder gerichtet, der neue Gummidämpfer eingebaut und ich bin bereits wieder einige Kilometer mit der Mopetta gefahren.
Damit mir beim nächsten Riss des Gummis nicht wieder die Ganze Hinterradaufhängung verbogen wird, werde ich eine Sicherung einbauen. Die Hinterradaufhängung wird so an Stelle gehalten und kann nicht mir dem Boden in Kontakt kommen.

Dazu später mehr.

Inter 175 A sur la route…

– Le budget d’un scooter
– La sécurité d’une voiture
– La finesse d’un avion


    Inter 175 A

    Inter 175 A

    Der Inter

    Der Inter, wurde ganz offensichtlich als Antwort auf die Messerschmitt KR 200 entwickelt. K steht für Kabine und R für Roller, das heisst „Kabinenroller“, während der 175 A seinen Namen den ersten beiden Silben des Wortes „intermédiare“ (Vermittler) zwischen Motorroller und Automobil verdankt.

    Die Firma „Ateliers Electro-Mécaniques de la Seine“, lizenzierte Patente für ein Fahrzeug mit drei Rädern „autoscooter“. Die entwickelten und realisierten Prototypen wurde im Dezember 1953 an der nationalen Messe für Flugzeugkonstruktionen dem Publikum gezeigt.

    Der Vertrag vom 30. April 1954, die A.E.M.S bestätigt der GESCOFI (agence générale de vente des véhicules construits par la SNCAN) den Vertrieb der Inter …

    Eine erste Bestellung von 1000 Fahrzeugen wurde aufgegeben, Nach der Produktion von 283 Fahrzeugen wurde die Herstellung in der Firma von Villeurbanne unterbrochen

    Ästhetik

    Man kann sagen, der Inter hat gut aussehen, seine freistehenden Kotflügel betonen den freinen Rumpf des Fahrzeuges.

    Der einzelne Scheinwerfer, im Rumpf integriert war Unfallanfällig aber war Teil der schlanken line. Auch das Cockpit und das Heck waren sehr gut gelungen. Eine breite Aluminiumleiste markierte die Gürtelline und unterstrich die Dynamik des Designs.

    Inter 175 A - Ansicht von Vorne

    Inter 175 A - Ansicht von Vorne

    Inter 175 A - Ansicht von Hinten

    Inter 175 A - Ansicht von Hinten

    Konstruktion:

    Trotz der eleganten Ästhetik, wirkt der Inter nicht so robust wie z.B. der KR 200es ergibt sich nicht von Inter einen Eindruck von Robustheit wie die, daß die KR 200, noch ist die Verarbeitung überzeugend. Aus der Flugzeugtechnik wurde die Konstruktion des Monocroques aus verschweissten Profilen übernommen. Einfachheit und Stabilität bei nur 210 Kg sind das Resultat dieser Bauweise.

    Der Vorderachse, eine vertrauenserweckende Konstruktion aus einen grosszügigen Vierkantprofil mit Gummifederelementen ist mit hydraulischen Bremsen ausgerüstet. Die Lenkung erfolgt über einen Kettenantrieb der mit dem Steuerrad verbunden ist.

    Die Hinterachse ist wie ein Pendel zwischen zwei Gummiringen aufgehängt. Eine mechanische Bremse wirkt auf das einzelne Hinterrad in der Einarmschwinge. Als Antrieb verwendet der Inter einen 175ccm YDRAL Motor.

    Fahreigenschaften:

    Der Einstieg ist etwas verwirrend, an Bord des Inter kann verwirrend ist, das Cockpit öffnet von rechts nach links wobei es sicherer ist das Cockpit zusätzlich am hinteren Ende des Rahmens zu halten da es etwas heikel ist. Auch sollte man auf nebenan stehende Fahrzeuge achten, da das Cockpit über die breite der Fahrspur herausragt.

    Das Interieur ist denkbar einfach man sitzt auf einem spartanischen Stuhl. Der Blick wir nicht durch übermässige Instrumentierung abgelenkt, Tacho, Blinker, Startknopf, Choke und einen von Hand betriebenen Scheibenwischer. Eine Gummimatte und Schalldämmung an den Seiten runden die Einrichtung ab.

    Das Starten des Fahrzeuges setzt einiges an körperlichem Einsatz voraus. Oberkörper drehen, Choke neben dem Rücksitz ziehen, Kontaktschalter am Armaturenbrett betätigen und den Hebel des Gyro-Starters am Boden nach oben ziehen.

    Überraschung, ein Crescendo wie von einer Turbine erklingt, man fühlt sich wie im Flugzeug, bis man den Gyro-Starter wieder zurückstellt. Die Masse des Gyro-Starters wirkt auf die Kurbelwelle und der Motor startet (manchmal auch erst beim zweiten oder dritten Versuch…)

    Das 3-Gang Getriebe wird über einen Schalthebel links betätigt. Der Motor überrascht mit viel Kraft und Durchzugsvermögen, obwohl im Vergleich zum Messerschmitt weniger Hubraum und nur 3 Gänge vorhanden sind, kann der Inter durch das geringe Gewicht mit den Fahrleitungen gut mithalten auch neigt er nicht zum Kippen wie der Messerschmitt und die hydraulischen Bremen bieten zusätzliche Sicherheit.

    Inter 175 A - Vorderachse

    Inter 175 A – Vorderachse

    Fazit:

    mit nur 283 Exemplaren, die gegen eine Produktion von mehr als 60 000 ist es klar, dass der Inter nicht die Möglichkeiten hatte um mit dem Messerschmitt verglichen zu werden.Angesichts den Marktanforderungen, scheint es real, dass der Inter ein erfolgreiches und zuverlässiges Transportmittel hätte sein können.Aber die Offensive der « grossen » Hersteller hat die Möglichkeiten der kleinen, erfinderischen Firmen zunehmend eingeschränkt.

    Claude Le Bihan

    Solyto tuning !

    Mit dem Solyto unterwegs in der hügeligen Schweiz ist mitunter ein hartes Brot. Der Motor mit seinen 125ccm ist schon bei kleinen Hügeln gefordert, von richtigen Steigungen ganz zu schweigen.

    Unterwegs zum letzten Clubhöck sind Ralph im Fuldamobil und ich im Solyto mit ca. 20 Km/h die Strasse zum Zoo hoch gekrochen, kaum waren wir oben, hat mein Motor vor lauter Hitze zu stottern begonnen.

    Nach einigen Diskussionen am Höck habe ich mich dazu entschlossen die Kompression zu erhöhen. Beim Solyto ist dies sehr einfach, da die Zylinderkopfdichtung aus zwei Milimeter dicken Aluminium besteht. So habe ich die Dichtung durch eine aus 0.5 mm Alu ersetzt und so die Verdichtung von ca. 6.5:1 auf 7.5:1 erhöht.

    links das Original, rechts die neue Dichtung

    links das Original, rechts die neue Dichtung

    Die erste richtige Testfahrt hat mich gleich nach Winterthur geführt (ca. 40 Minuten Fahrzeit) und meine Erwartungen erfüllt. Subjektiv hat der Wagen mehr Kraft am Berg und bei idealen Verhältnissen habe ich nach Tacho die 60 Km/h Grenze geknackt.

    Obwohl, 60 Km/h im Solyto ist nur was für Leute ohne Nerven…

    Mopetta – Reparatur Hinterradfederung

    Wie bereits geschrieben, hatte ich am diesjährigen Jahrestreffen einen kleinen Zwischenfall mit der Mopetta. Das Federelement war gerissen und die Fahrt sofort zu ende…

    In der Zwischenzeit habe ich das Gummielement bekommen (€28.50 statt CHF. 256.-). Google machts möglich !

    Mopetta - Gummifederelement

    Mopetta - Gummifederelement

    Also mal die Mopetta aufgebockt und einen Blick auf die kaputten Teile werfen.
    Auf den ersten Blick sah es so aus, als wäre nur der Gummi gerissen.

    Mopetta - Hinterradfederung

    Mopetta - Hinterradfederung

    Wie man auf dem Bild sieht, ist die Hinterachse über ein rechtwinklig angeschweisstes Rohr mit dem Federelement verbunden. In der Hoffnung, die Aufhängung ist noch gut, habe ich das neue Gummielement hingehalten und sofort gesehen, dass das Rohr nicht mehr auf das Gewinde des Gummielementes passt.  So habe ich die Hinterradaufhängung demontiert, wie man gut auf dem Bild sehen kann ist so ziemlich alles verbogen.

    Mopetta - Hinterradaufhängung verbogen

    Mopetta - Hinterradaufhängung verbogen

    Jetzt muss mal alles gerichtet werden und ich muss mir eine Lösung überlegen, wie die Hinterradfederung gesichert werden kann, so dass in Zukunft keine Ähnlichen zwischenfälle mehr passieren

    Schrecksekunde am Jahrestreffen – Mopetta liegengeblieben…

    Liegengeblieben im wörtlichen Sinne…

    Probesitzen mit Jael

    Probesitzen mit Jael

    Obwohl das Treffen im hügligen Toggenburg stattfand, entschied ich mich die Mopetta zu nehmen. Mit draufgängerischem Fahrstil ist ja das eine oder anderes PS wettzumachen und so konnte ich eigentlich ganz gut mit den anderen Fahrzeugen mithalten. Nach dem Kaffehalt fuhr ich mit ca. 50 km/h einer Talsenke entgegen, als ich von einer Bodenwelle kurz abgehoben wurde und mit gebrocherer Hinterradaufhängugen ca. 20 Meter auf dem Asphalt schleifte und schliesslich etwas schockiert stehenblieb. Glücklicherweise war die Strecke nicht allzu start befahren und wir konnten gemeinsam die Mopetta von der Strasse bringen, bevor die nächsten Fahrzeuge entgegenkamen.

    Die Hinterradfederung der Mopetta ist recht einfach (vielleicht zu einfach) aufgebaut. Ein Gummidämpfungselement aus dem Mercedes 190 hält auf Zug die Hinterradaufhängung und sorgt für Federkonfort. Eben dieses Gummielement war nun gebrochen.

    Federelement Mopetta

    Federelement Mopetta

    Ein Anruf bei Mercedes bestätigte, dass das Federelement sofort Lieferbar sei, aber der Preis hat sich seit 2001 von ca. CHF. 80.- auf CHF 256.- erhöht.

    Respekt !
    Mercedes weiss wie man die Milliarden aus dem Chrysler Deal wieder rein holt…

    Nun werde ich mir eine andere Lösung suchen, die gut 200 km die ich mit der Mopetta gefahren bin sprechen ja auch nicht für die Qualität des Mercedes-Gummis…

    Isetta – Restauriert oder Zerstört ?

    Vor kurzer Zeit hat „Motor-Klassik 03-2009“ über die Restaurierung einer BMW Isetta berichtet. Vielleicht kann sich der eine oder andere noch an den Bericht erinnern.

    Schon beim ersten Überfliegen der Zeilen hatte ich das Gefühl, dass da jemand eine extreme Form der „Besser-als-Neu-Restauration“ durchgezogen hat. Beim zweiten Blick sind mir die Ursprungsbilder aufgefallen, das Fahrzeug befand sich in beneidenswert gutem Originalzustand. Als Schäden wurden auch nur ein Transportschaden, ein Vibrationsriss und ein loser Schweisspunkt genannt !

    BMW Isetta - vor der Restauration

    Seit einiger Zeit wird viel über das Thema Originalsubstanz diskutiert, auch bei uns im Club.

    Studierte Restauratoren sagen, dass Oldtimerfreunde beim Restaurieren technisches Kulturgut zerstören und fragen folgerichtig: Darf man das ?

    Grundsätzlich besteht auch beim Oldtimer-Restaurieren eine gewisse Meinungsfreiheit, manchen Leuten gefällt es eben nur wenns glänzt da kann man nichts machen. Trotzdem ist der Trend zum unberührten Originalzustand unübersehbar und Fahrzeuge mit schöner Patina erziehlen höhere Verkaufspreise als frisch lackierte „Christbaum-Kugeln“. Auch ist es beinahe unmöglich anhand von restaurierten Fahrzeugen etwas über den ursprünglichen Auslieferungszustand herauszufinden, so geht natürlich bei jeder Restauration viel Wissen über den Fahrzeugsursprung verloren.

    Hier ein Bild der restaurierten Isetta. Interessant auch die Angabe zu den Kosten – € 43’000.- hat die Restaurierung inkl. Fahrzeugankauf gekostet! Jeder soll sich sein eigenes Bild machen.

    isetta2

    Mein Tip an den Restaurator:
    Suche Dir bitte in Zukunft ein Fahrzeug in Zustand 5 und investiere Geld und Zeit in eine Wrack, bei dem kaum mehr originale Substanz zu retten ist.

    Ich kann mir kaum vorstellen, dass es in Europa eine Isetta zu kaufen gibt, die in so schlechtem Zustand ist, dass €43’000.- für einen Neuaufbau nicht reichen…

    Hier noch eine Auswahl an Fahrzeugen die in der €43’000.- Klasse drin sind: http://www.rollermobilclub.ch/kleinwagen-wracks/