Messerschmitt Motor – Wellen ausdistanzieren…

Messerschmitt Motor – Wellen ausdistanzieren…

Wer schon einen Sachs 200 Motor aus dem Messerschmitt oder Fuldamobil auf der Werkbank hatte, kennt das Leid.

Kurbel- und Getriebewellen müssen mit Passscheiben auf das genaue Spiel ausdistanziert werden.

Klingt doch gar nicht so schlimm, denk man – aber einerseits gibts keine passenden Scheiben beim Messerschmitt-Club Ersatzteillager und andererseits ist speziell bei der Kurbelwelle das Ausdistanzieren nicht so einfach, da die Scheiben zwischen Wange und Lager sitzen. Dieser Innenring muss aufgepresst werden, wobei die Kurbelwelle idealerweise nicht allzu stark leidet…

Aktuell habe ich den Motor aus meinem Scheunenfund KR200 demontiert. Die alten Simmerringe sind bretthart und die Spannungsfeder für den Leerlaufhebel war gebrochen – ein klarer Fall für die komplete Zerlegung. Da Getriebe und Kleinteile in gutem Zustand waren, wurde nur geputzt, neu ausdistanziert und wieder zusammengebaut.

Um das Spiel korrekt einzustellen, braucht man einge Passscheiben mit 13,5, 15,5 und 25mm Innendurchmesser. Klar gibts nicht bei Jumbo aber Hasler bietet die Standardgrössen auch einzeln an. Diese Standardscheiben habe ich etwas bearbeitet, dass sie für die Wellen passen. 

Um die Kurbelwelle richtig einzupassen nehme ich zwei alte Lager die mittels Schleifscheibe auf ein kleineres Mass gebracht wurden. So können die Lager einfach auf die Welle sowie in den Lagersitz im Gehäuse geschoben werden. Dadurch kann man mit den Passscheiben pröbeln, schnell die Kurbelwelle einlegen, das Gehäuse mit Papierdichtung zusammenschrauben um das Spiel zu prüfen. Hat man die richtige Anzahl Scheiben festgelegt, können die neuen Lager mit der Heiss-/Kalt-Methode eingebaut werden.  

Übrigens, statt dem innenliegenden Kurbelwellen-Simmering im Blechgehäuse verwende ich den Umbausatz von Frank Thunig für aussenliegende Simmeringe. Anstelle des originalen Simmerrings wird ein Aluring eingepresst. Dieser Ring hat auf der Aussenseite einen Sitz für einen Norm-Simmerring. Neben dem offensichtlichen Vorteil, dass ein defekter Simmerring ohne die Zerlegung des Motor gewechselt werden kann, vereinfacht diese Variante auch das Ausdistanzieren, da sich die Welle ohne Simmerring einfacher auf Spiel überprüfen lässt.

KR200 Motor – kleine Zerlegung!

KR200 Motor – kleine Zerlegung!

Seit ich meinen KR200 habe, hat mir die Schaltung wenig Freude bereitet. Runterschalten ging gut, aber beim Hochschalten hatte ich grosse Mühe die Gänge reinzubringen. Nach allerlei guten Tips wie man den Teleflex einstellt und Einbau eines Schaltgestänges, ohne irgendwelche Verbesserung habe ich nun den Motor ausgebaut um der Sache auf den Grund zu gehen.

Da für die Zerlegung des Sachs-Motors einige Spezialwerkzeuge notwendig sind, bin ich zu Clubkollege Heinz in die Ostschweiz gefahren. Heinz hat gut 40-Jahre Messerschmitt Erfahrung und fast noch wichtiger – er ist sehr nett und hilfsbereit…

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Kaum war der Glockenanker demontiert, zeigte sich schon die erste Problemstelle, zwei Kabel der Kohlen waren durchgescheuert, da hatte ich die Kabel beim Ersatz der Kohlen falsch verlegt. Noch schnell das Zahnrad mit Spezialabzieher vom Konus gelöst und wir konnten uns der Kupplungsseite zuwenden.

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Auch hier sind zwei Spezialwerkzeuge nötig um Kupplung und Korb zu demontieren. Ist man soweit, kann das Gehäuse geteilt werden – vorsichtig und mit leichtem Druck auf die Wellen, damit diese schön in Ihrer Gehäuseseite bleiben.

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Ein erster Blick auf die Zahnräder verriet, dass hier keine Probleme zu erwarten waren. Schliesslich hatte ich auch nie Schwierigkeiten mit dem klassischen „rausfallenden“ 4-Gang, ein beliebtes Karoproblem, dass durch die knappe Verfügbarkeit von guten Zahnrädern zu schlaflosen Nächten führen kann. Bei der Inspektion der Schaltungsteile zeigte sich schnell, dass beim letzten Zusammenbau des Motors, irgendwann in den 80-iger Jahren ein Fehler unterlaufen war. Die Schaltraste war nicht in der vorgesehenen Lasche eingehängt. Erstaunlich, dass ich so überhaupt schalten konnte.

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Solche Fehler machen mir Spass! Einfach zu finden, eindeutig in der Ausprägung und ohne Einsatz von Geld und langwierigen mechanischen Arbeiten lösbar. So haben wir alles korrekt montiert und die Einstellung wie vom Karotipp vorgegeben durchgeführt.

Beim Zusammenbau setzten wir eine neue Dichtung vom Club ein, die leider ca. 0,1mm dicker als die Originaldichtung ist – dadurch mussten die Distanzscheiben von Kurbel-, Neben- und Hauptwelle angepasst werden. Aktuell bietet der Club keine Distanzscheiben mehr an, glücklicherweise hatte Heinz noch einige auf Reserve.

Nun bleibt noch etwas Restarbeit, bis der Motor wieder zurück in den Wagen finden kann, aber ich bin sehr zuversichtlich, in Zukunft ohne Probleme Schalten zu können.

Nochmals ganz herzlichen Dank an Heinz und Conny für Ihre Gastfreundschaft und Hilfe, sowas ist nicht selbstverständlich!

Mopetta Motor – new old stock!

Ab und zu geschiet ein Wunder! Jeder der sich schon mit der Mopetta auseinandergesetzt hat, weiss dass die verwendeten Einbaumotoren von ILO extrem selten sind. Äusserlich sind sie baugleich mit den 2-Gang Motoren allerdings wurde für die Mopetta die 3-Gang Variante verwendet. Genau diese 3-Gang Motoren sind kaum zu finden.

Nun habe ich ein ungebrauchtes Stück inklusive aller Literatur, Lieferscheinen und Korrespondenz zwischen dem ILO-Werk und dem damaligen Käufer gefunden.

Ich hätte mir nicht träumen lassen, dass es sowas noch gibt.

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