18. August 2022 in Allgemein, Fotos, Messerschmitt, Treffen

Klausenrennen Memorial 2022

Klausenrennen – wenige Begriffe aus der Oldtimerwelt haben diesen Klang und vermitteln soviel Sehnsucht. Zwischen 1922 und 1934 duellierten sich die grössten Rennfahrer der Zeit am Berg mit den vielen Kurven, brutalen Steigungen und schmalen Geraden. Natürlich auf Schotter – kein Asphalt wie wir es uns seit dem ersten Revial 1998 gewöhnt waren.

Die klassische Strecke aus Linthal führt über 136 Kurven. Nach 21.5 Kilometer und 1237 Höhenmetern sieht man Ziel auf 1948 Metern über Meer vor sich. Ich kann mir nicht vorstellen, was in den Köpfen der Fahrer damals vor hundert Jahren bei der Zieldurchfahrt vorging.

Dieses Jahr, passend zum 100 Jahr Jubiläum trafen sich gut 500 Fahrzeuge auf dem Urnerboden um der Strecke ihren Tribut zu zollen. Neben den klassischen Vorkriegsboliden waren auch jüngere Fahrzeuge in unterschiedlichen Kategorien zugelassen. So fand ich mich mit dem KR200 in guter Gesellschaft mit einigen Morgans und dem Honda 3-Rad von Hansueli. Etwas untermotorisiert – was ich später noch im Detail erleben durfte – aber guten Mutes und einfach glücklich dabei zu sein.

Kurz nach 13:00 herrschte geschäftiges Trieben im Fahrerlager der 3-Räder. Kleider wurden gewechselt, Motoren gestartet und die ersten rollten in Richtung Start. Mein Karo hatte leider gerade keine Lust auf Abenteurer und zeigte sich sehr bockig. Nach einigen Minuten und diversen Gebeten lief er dann doch zufriedenstellend und ich eilten meinen Konkurrenten nach zu Start.

Die ersten Meter führten durch jubelnde Zuschauerränge aber bald stieg die Strasse an eine die erste von noch vielen Kurven nahte. Mit jedem Höhenmeter fehlte dem Karo mehr Luft und ich hatte grosse Mühe den Wagen im 2. Gang hochzujagen. Überhaupt war ich etwas überwältigt, so viele Kurven und diese steile Strasse! Glücklicherweise hüllte sich der Gipfel noch in Wolken so war mir der Höllentrip noch nicht so klar ersichtlich. Ich mühmte mich, inzwischen im 1. Gang den Berg hoch, passierte gestrandete Fahrzeuge mit rauchenden Motoren und viele Zuschauer die mich anfeuerten.

Von hinten kamen bereits die ersten Verfolge aus der nachfolgenden Kategorie, ausgerechnet die Grandprix Rennwagen… Ich orientierte mich rechts und liess die Wagen passieren.

Noch immer kein Ziel in Sicht, wann kommt dieser sch… Pass? Gefühlt war mein Motor schon seit einigen Kurven kurz vor dem Hitzetod. Ich fuhr weiter und die Wolkendecke lichtete sich und gab mir den Blick auf den Pass frei. Noch wenige hundert Meter. Selten hatte ich mich erlöster gefühlt als im Moment der Ziellinien Überquerung.

Auf dem Pass, inmitten der vielen Leute mit ihren Wagen war der Stress schnell vergessen. Alle schienen sehr zufrieden, plauderten gelöst und blickten glücklich in die Ferne. Was für ein Abenteuer – wäre ich zuvor schon mal den Pass hochgefahren, hätte ich mich wohl nicht getraut. Aber so bin ich Naiv gestartet und habe es geschafft.

Im Konvoi wurden wir zurück auf den Urnerboden begleitet. Ich war erstaunt, dass meine Bremsen keine Schwierigkeiten verursachten. Später nach etwas gegenseitigem Schulterklopfen und einer guten Glarner-Schweinswurst nahm ich den Heimweg unter die Räder. Zufrieden konnte ich feststellen, dass mein Karo mit der nun immer geringeren Höhe wieder zur alten Stärke zurückfand und bester Laune nach Zürich fuhr.

Fazit – der Klausenpass ist eine Herausforderung für Material und Mensch. Ankommen ist ein tolles Gefühl, es mit anderen Leuten teilen zu können macht es ganz besonders. Kabinenroller sind überall gerne gesehen und lösen bei allen ein Lächeln aus.




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