Jahrestreffen 2025 des Rollermobilclubs Schweiz in der Region Zürcher Oberland - Thurgau
30. bis 31. August 2025
Bericht von Hans Mohr
Für das zweitägige Jahrestreffen des Rollermobilclub Schweiz RMC haben dieses Jahr Käthi und Jürg Schmidt in den Thurgau und ins Zürcher Oberland eingeladen. Den rund 35 Teilnehmern mit ihren 23 Kleinfahrzeugen wurde ein sehr vielseitiges und äusserst attraktives Programm geboten, so dass bestimmt niemandem langweilig wurde. Auch den kleinen Fahrzeugen und deren Fahrer wurde viel Schweiss abverlangt, wiesen die gewählten Nebensträsschen manchmal doch beachtliche Steigungen auf. Aber nun der Reihe nach:
Musikalische Erinnerungen aus den Geburtsjahren unserer Gefährte
Der erste Treffpunkt ist um 10.30 Uhr das Rock & Pop-Museum in Niederbüren, wenige Kilometer südlich von Bischofszell TG. Wie bei einer Sternfahrt treffen die Teilnehmenden aus allen Richtungen ein. Wir drei Sarganserländer, Thomas mit Trojan, Daniel mit Messerschmitt und ich mit Velorex starten um 8.00 Uhr, fahren anfangs noch bei leichtem Regen durch das St.Galler Rheintal bis nach Eichberg, von wo aus wir ins Appenzellerland hinauf kurven, um auf der Höhe bei schönstem Wetter durchs Appenzell und Fürstenland unserem Ziel Niederbüren entgegen zu fahren. Kurz nach Gossau reiht sich Andreas mit seinem Heinkel bei uns ein. Dank der präzisen Instruktionen von Jürg führt uns das Navi ohne Umwege zum Rock- & Pop-Museum, wo wir von unseren Kolleginnen und Kollegen freundschaftlich begrüsst werden. Der Museumsbesuch ist eine Sensation. Unser Guide Oliver, Musiklehrer und Vize-Präsident des Vereins R&P führt uns auf leichte und pädagogisch gekonnte Weise durch die Geschichte der „Populären Musik“ vom Anfang des 20. Jahrhunderts mit W.C. Handy, dem Father of Blues über Rhythm and Blues der 1920er Jahre, Rock n‘ Roll der 1960er Jahre bis zur Rock- und Popmusik der 1980er Jahre. Spannend und gekonnt werden wir so durch die Musikgeschichte geführt. Neben vielen Posters von legendären Konzerten sowie Covers von LP-Schallplatten von allen berühmten Rock- & Pop-Bands der 1970er und -80er Jahre sind die Wände des Museums mit unzähligen Schallplatten-Awards in Gold und Platin geschmückt – alles Originale!
Den kaum bekannten Thurgau entdecken
Mit viel Musik aus früheren Zeiten im Kopf verlassen wir nach anderthalb Stunden das Museum und fahren zum Mittagessen zur Waldschenke oberhalb Hauptwil mit einer wunderbaren Aussicht über das Fürstenland ins Appenzell und dem Alpstein im Hintergrund. Nach der Mittagspause geht es weiter in die Rosenstadt Bischofszell, wo wir durch das Städtchen schlendern und uns unter die Gäste des gerade laufenden Stadtfestes mischen.
Auf verschlungenen Wegen zur altehrwürdigen Mühle als gastlichen Ort
Um 16 Uhr treten wir die anderthalbstündige Fahrt zu unserem Übernachtungsort Bläsimühle an. Gekonnt haben Käthi und Jürg für uns eine abwechslungsreiche Route über Nebensträsschen mit wenig Verkehr und herrlicher Aussicht ausgesucht. Pannenfrei und ohne jemanden zu verlieren, erreichen wir unser Ziel, das Pfadiheim Bläsimühle nördlich von Russikon ZH. Die Fahrzeuge geparkt und für die Nacht parat gemacht, beziehen wir schnell die Zimmer und treffen uns zum Apéro auf der Wiese vor der ehemaligen Mühle. Wir stossen auf den sehr gelungenen Tag an. Nach kurzer Zeit wird es draussen kühl und wir wechseln in den grossen „Saal“ im Innern der altehrwürdigen Mühle. Dort wird auch bald schon eine feine Lasagne vom regionalen Metzger und frischer Salat am Buffet serviert. Das Essen schmeckt sehr gut und der Primitivo Salento di Puglia passt dazu hervorragend. Wir sitzen noch lange in gemütlicher Runde und führen interessante Gespräche über unsere Fahrzeuge, über Ausfahrten und erlebte sowie geplante Ferienreisen.
Am Sonntag bringt der Bäcker aus Steg im Tösstal zum Z’Morge frischen Zopf und frisches Brot und um 8.30 Uhr sitzen wir alle gemeinsam mit guter Laune in der Stube und geniessen das reichhaltige, von Käthi und Martina organisierte und vorbereitete Frühstück und den guten Kaffee aus der Schmidt‘schen Maschine.
Auf drei und vier Rädern zum skurrilen Zweiradmuseum
Um 10.00 Uhr starten wir in Richtung Rüti zu Chrigel mit seinem ganz speziellen Velomuseum. Wieder haben Jürg und Käthi für unsere Kleinfahrzeuge einsame Nebensträsschen weg von den grossen Verkehrsrouten ausgewählt. Es geht durch eine idyllische, von den Gletschern der letzten Eiszeit geprägte Landschaft, Hügel hinauf, Hügel hinab und wieder Hügel hinauf und Hügel hinab, bis wir in Fägswil ob Rüti ankommen. Dort begrüsst uns Chrigel und stellt uns in chronologischer Reihenfolge anhand seiner Exponate die Entwicklung des Fahrrads von den Anfängen um 1829 über das Hochrad um 1880 bis zu den uns aus unserer Kindheit und Jugend bekannten Velos vor. Der leidenschaftliche Sammler Chrigel hat sein Wohnhaus und das Ökonomiegebäude seines Bauernhofs mit Velos und allem was mit Velos zu tun hat, bis unters Dach in thematischer Anordnung gefüllt. Eine unglaubliche Sammlung mit obskuren Gegenständen, wie beispielsweise eine Schreckschusspistole und eine Peitsche zur Abwehr bissiger Hunde, die zu besichtigen uns viel Freude bereiten.
Gemütlicher Abschluss mit Fernsicht – auf weitere schöne Begegnungen?
Nach dem Museum, wo sich uns zwei weitere Kabinenroller anschliessen, fahren wir zur Besenbeiz Chopfholz oberhalb Ringwil/Hinwil zum Mittagessen. Auf der Fahrt dorthin verlieren die hintersten ca. 10 Fahrzeuge den Anschluss an die Führungscrew, doch die geübten Fahrer meistern das die Kupplung schonende Anfahren am Berg auf dem engen und steilen Strässchen und das anschliessende Wenden bravourös. Nach dem letzten gemütlichen Beisammensein verabschieden sich um 15.00 Uhr die meisten Teilnehmer, die z.T. noch eine weite Strecke auf eigener Achse vor sich haben.
Es war ein schönes Treffen, das dank einer perfekten Organisation allen Teilnehmenden sehr viel Freude gemacht hat. Im Namen aller Teilnehmenden geht ein ganz grosses Dankeschön an Käthi und Jürg, ihr habt uns ein wunderbares Jahrestreffen beschert! Ebenso gebührt Charly und Martina als stille Unterstützer im Hintergrund ein grosser Applaus!