Im Jahre 2011 wurde die Isetta im Kanton Bern zuletzt vorgeführt und danach in einer Garage untergestellt und vergessen.

Nach 10 Jahren meldete sich der Inhaber der Garage, dass er diese räumen möchte und die Iestta weg müsse.

Somit wollte der Besitzer (Erbe) die Isetta wieder auf die Strasse bringen.

Nach der ersten Besichtigung und Bestandesaufnahme zeigte sich, dass einiges zu machen ist um diese wieder durch die MFK zu bringen.

Bei der Isetta handelt es sich um eine Ur-Isetta mit sogenannten Lang-Scheinwerfern aus dem Jahre 1956.
Zudem hat sie eine Hoffmann Hinterachse, welche vermutlich eine der ersten war, und bei der UR-Isetta vermutlich auch einer der einzig existierenden. Bis jetzt waren mir nur Isetta mit Hofmann Hinterachsen bei der Export Isetta bekannt. Bei der Export Isetta waren die Hinterachsen schon mit einem Kettenkastendeckel von der 3-Rad Isetta.

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  • Sämtliche Gummilager an der Vorderachse waren ausgeschlagen
    Ich kann mir nicht vorstellen, wie da vor 10 Jahren geprüft wurde, denn im Stand passiert dies sicher nicht. Bei der Instandsetzung zeigte sich, dass so einiges "verbastelt" wurde und so gar nie funktionert hatte.
  • Auspuffhalterungen wurden aus einem alten Pneu gefertigt
  • Stossdämpfer undicht
  • Scheibenwischermotor hing fest
    Nach der Reinigung und funktionsprüfung zeigte sich, dass dieser Motor einen falschen Wischerwinkel hat und zu weit über die Scheibe hinaus wischte.
  • Frontscheibengummi sowie Scheinwerferunterlagen und Bürzelgummi zersetzten sich
  • Gaszug und Tachowellenhülle brüchig
  • Stosstange vorne ist von einer Export Isetta,
  • Stosstange hinten fehlt ganz.
  • Tankdeckel war aus einem Platikstopfen,
    der so locker war, dass er fast verloren ging.
  • Schlusslichter sind von einer US-Isetta aber in ein selbtgebasteltes Gehäuse eingebaut.
  • Falscher Aussenspiegel
  • Falsche Zündspule,
  • Benzinhahn von einem Mofa und Gestänge angepasst.
  • Falscher, selbstgebastelter Benzintank.
  • Hauptbremszylinder / Radbremszylinder / Bremsleitungen
  •  Eine vordere Bremstrommel war aus Aluminium, die andere aus Guss;
    diese Bremsen mussten sich gerade ziehen!?
  • Ölverlust an Motor, Getriebe und Hinterachse
  • Dämpferabdeckung vorne aus Isolierband

  

Als die Isetta endlich einmal den Motor warmlaufen durfte, zeigte sich, dass die Dichtringe undicht waren und das Motorenöl zwichen Getriebe und Motorausgang rinnte. Grund: Der Dichtring beim Getriebeingang war steinhart. Der Kurbelwellendichtring war ein falsch verbauter standard Dichtring. (Die Isetta hat normalerweise einen Dichtring mit linksdrall verbaut). Als dies endlich alles behoben war und sich die erste Probefahrt ankündigte, stellte die isetta nach 5 Minuten im Stand ab. Schwimmergehäuse war leer. Alle Filter und Siebe sind gereinigt, der Tank mehrmals gespühlt. Eine Probefahrt war fast unmöglicht. In einer Rechtskurve verschluckte sich die Isetta und bekam zu wenig Benzin. Im Stand auf geradem Untergrund lief sie über eine Stunde Problemlos. Wenn sie etwas nach links hing, stellte sie nach 5 Minuten wieder ab und der Vergaser war wieder leer. Es stellte sich heraus, dass der selbstgebaute (gebastelte Tank) den Auslauf viel zu weit unten hatte und der Mofa-Benzinhahn zusätzlich noch einen zu kleinen Ausgang hatte. Somit musste eine neuer Tank inklusive Benzinhahn mit original Gestänge verbaut werden. Stosstangenhalter vorne sind nicht mehr zu kaufen. Diese musste ich nach einer Zeichnung, welche ich an Hand eines Musters, welcher mir ein Isetta Clubkollege aus Deutschland vorbei brachte (Vielen herzlichen Dank Bernd), anfertigen. Zur Zeit steht die Isetta, jetzt wieder in einem "originalerem" Zustand, da. Zur Perfektion fehlt aber noch einiges.

Autor: Paul Häfeli 

BMW Isetta Ur-Standard 1956 (Dezember 2020)

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Bestandesaufnahme 29.12.2020

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Arbeiten Januar . März 2020

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Nach dem polieren 20.3.2021

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