7. Internationales Micro-Car-Treffen – Wohlen, 03-05.05.2002

Bericht und Bilder aus dem Wohlener Anzeiger vom 7. Mai 2002

Das internationale Microcar-Treffen in Wohlen hat Bewunderung ausgelöst und war ein riesiger Erfolg.
Die Exkusivität der kleinen Autos, die eingespielte Organisationstruppe, die Qualität und die Vielfalt. Dies sind die Komponenten, warum das Micro-Car-Treffen in Wohlen viel Bewunderung, Begeisterung und Interesse ausgelöst hat. Ein besonderer Event voller Anziehungspunkte. Auch wenn sie sehr winzig sind, kann man hierzulande einen Micro-Car ab und zu erhaschen. Denn Liebhaber dieser nostalgischen Kleinstautos gibt es in der Region einige. Wenn jedoch eine kleine Invasion dieser Nachkriegsmodelle die Strassen bevölkert, dann ist Micro-Car-Treffen. Nun zum siebten Mal innert 26 Jahren, stets mit der gleichen Organisationstruppe, mit demselben Austragungsort und stets mit internationalem Touch. Wohlen, das Mekka der Micro-Cars.

Geschichtsstunde, Kultur, Spass und „Gwunder“
Die verschiedensten Modelle der Marken Messerschmitt, Heinkel, Goggomobil, Kroboth, BMW Isetta oder Fiat 500 erzählen alle eine eigene Geschichte. Sie dokumentieren jedoch alle das Gleiche. Die Ära des Wirtschaftswunders in Nachkriegseuropa, als die billigen Fortbewegungsmittel entstanden sind. Heute sind fast alle Modelle unverkäuflich. Darum ist es absolut nachvollziehbar, wenn OK-Präsident Bernhard Täschler davon spricht, dass ein Micro-Car-Treffen gleichzeitig Geschichtsstunde und ein Stück Kultur ist, und Spass und gestillter „Gwunder“ dazu. Dank der beider Ausfahrten – am Samstag Richtung Lenzburg und am Sonntag über Waltenschwil, Bünzen, Boswil, Kallern und Sarmenstorf bis ins Seetal – hat ein grosser Teil der hiesigen Bevölkerung praktisch vor der Haustür einen interessanten Blick von den „Mini-Autos“ erhaschen können. Fast aus ganz Europa kamen die Micro-Car-Piloten angetuckert, vernehmlich aus Deutschland und der Schweiz. Fünf Besucher reisten sogar extra aus Amerika an, um das Spektakel ja nicht zu verpassen. „Die waren hell begeistert, das hat mich auch persönlich sehr gefreut“, so der OK-Präsident.

Gemeinde hat ausgeholfen
Nur ganz wenige der 150 angemeldeten Teilnehmer haben sich vom schlechten Wetter abhalten lassen, 140 sind trotz Dauerregen am Freitag und Samstag nach Wohlen gekommen. Und dank der spontanen und perfekten Zusammenarbeit mit der Gemeinde Wohlen fand man trotzdem ein trockenes Plätzchen für alle. Dank dieser Unterstützung konnte kurzfristig das Programm leicht umgestellt und dem Regen ein wenig ausgewichen werden. Die Gemeinde stellte den Organisatoren die Tiefgarage der Hofmattenanlage zur Verfügng, und so konnten alle Schmuckstücke ohne störendes Nass von oben bestaunt werden. „Das war sehr grosszügig“ schwärmte OK-Präsident Bernhard Täschler. Eine zweite Gelegenheit zur grossen Show der kleinen Fahrzeuge hat sich dann noch am Sonntag auf dem Schüwo-Areal nach der abschliessenden Rally geboten. Bernahard Täschler hätte übrigens noch weit mehr Autos zulassen können. Den Fiat 500 hätte er mit Leichtigkeit bis zu 300 Mal auf die Liste nehmen können. Aber beim Wohler Micro-Car-Treffen soll nicht die Quantität im Vordergrund stehen, sondern vor allem die Qualität. Die Vielfalt und die technischen Finessen an den Autos seine so gross gewesen wie noch nie, so Täschler. „Das ist einmalig für ganz Europa“.

Markenzeichen, Erfolgsrezept und viel Lust
Dass es im gesamten europäischen Raum keinen vergleichbaren Anlass gibt, kann der OK-Chef bestätigen. Er ist selbst Besitzer eines Messerschmitts und hat schon manches Treffen besucht. Die Einzigartigkeit der Veranstaltung von Wohlen hat jedoch seine Gründe. „Wir machen uns rar, sind generös und verlangen kein Startgeld und legen Wert auf schöne, gepflegte Autos – das sind unsere Markenzeichen“. Gerade deshalb, weil das Micro-Car-Treffen nur alle vier Jahre durchgeführt wird, steigen in der Zwischenzeit jeweils das Interesse der Bevölkerung und die Lust auf einen nicht alltäglichen und besonderen Event stetig. So gesehen kann man nur hoffen, dass sich die Veranstalter durchringen können, auch im Jahr 2006 die achte Auflage des beliebten Anlasses steigen zu lassen. Denn sicher sei in der Zwischenjahren jeweils nichts, sagt Täschler, und wenns ans Planen gehe, sei die Organisationstruppe prompt einstimmig dafür. Auch das ist eben ein Markenzeichen: die eingespielte, tatkräftige Truppe. Es habe während der drei Tage nicht ein einziges Schimpfwort gegeben, freute sich Bernahrd Täschler, „Bei uns ist jede Person am richtigen Ort. Auch das ist eine Erfogsrezept“.

Internationales Rollermobiltreffen – Walenstadt, 21-23.09.2001

Internationales Rollermobiltreffen – Walenstadt, 21-23.9.2001

Die Tage vor dem Treffen
Es regnete schon seit Tagen, die Prognosen versprachen Besserung für das Wochenende, aber das Wetter hatte uns die letzen Wochen so oft Enttäuscht und so waren grosse Hoffnungen nicht angebracht.

Ralph war schon Unterwegs um einen grossen Anhänger, auf dem eine Isetta und ein Goggoroller mit Seitenwagen genügend Platz fanden abzuholen als Ihn mein Anruf erreichte. Der grosse Anhänger war nun nicht mehr gefragt, meine Isetta hatte Schiffbruch erlitten. Die Kette war gerissen und mir war nicht nach schnellen Reparaturen zumute noch hatte ich eine neue Kette zur Hand.

Walenstadt
Am nächsten Morgen verluden wir unsere Ersatzfahrzeuge und fuhren Richtung Walenstadt. Zu unserer Überraschung waren schon viele Fahren mit Ihren Fahrzeugen angekommen und wir waren alle guten Mutes für das Wochenende. Natürlich drängten sich schon einige um Ralphs Goggo-Gespann, so was sieht man ja schliesslich auch nicht alle Tage. Ich kam mir ein bisschen untermotorisiert vor mit meiner alten Vespa neben all den wenn auch nur unwesentlich grössenen Kleinwagen. Es ist wirklich zu ärgerlich, jedesmal vor oder während eines Treffens in der Schweiz geht irgendetwas an meiner Isetta in die Brüche. Im täglichen Einsatz (ich besitze ja kein „normales“ Auto) oder bei Auslandsreisen (Nordkapp, Störy) war sie mir stehts ein zuverlässiger Begleiter aber bei inländischen Treffen ist irgendwie der Wurm dirn.

Die erste Ausfahrt führte uns durch die nähere Umgebung auf schmalen Strasse auf ein etwas höher gelegenes Restaurant. Ein Apero kam nun gerade recht, so liessen wir es uns gut gehen und genossen die warme, trockene Restaurant-Stube. Daniel machte uns auf das reichhaltige Programm des Wochenende aufmerksam und sprach nochmals Petrus gut zu damit dieser nun endlich ein Einsehen mit uns hatte, leider ohne Erfolg wie sich zeigen sollte. Der Nachmittag wurde durch eine Bootsfahrt auf dem Walensee eingeläutet. Quinten war unserer Ziel, dieses Dorf kann nur per Boot erreicht werden, noch gut 50 Personen haben Ihren festen Wohnsitz dort und leben gröstenteils von den Touristen, die die Ruhe und die einheimischen Weine geniessen.

Ausstellung in der Mehrzweckhalle
Die Ausstellung und Abendunterhaltung in der Mehrzweckhalle war ein voller Erfolg, mit einem Getränk in der Hand, Musik im Hintergrund und angenehmen Temeraturen liess es sich hervoragend über unser Hobby und andere Dinge Plaudern. Trotz ausgiebigem Probesitzen und gutgemeinten Tips von allen Seiten konnte sich Ralph doch nicht zu einen Kauf des Goggomobils durchringen. Das Gesamtkunstwerk aus Spachtel und Rostlöchern ist wahrlich etwas für starke Nerven…

So blieben wir, begleitet durch ein wirklich gute Band bis spät in die Nacht an unseren Tischen sitzen sprachen über dies und jenes. Ralph und ich liessen uns noch zu einen Clubmitgliedschaft überreden, ob dies an der gut geführten Bar lag…

Sonntag
Leider hatte das Wetter immer noch kein Einsehen mit uns. Aber auch durch den Regen liessen wir uns die gute Stimmung nicht nehmen. Ziel der Ausfahrt war das Historicum in Sargans. Diese Kleine Halle bietet einer sehr umfangreichen Sammlung von Fahrzeugen und Zubehör aus mehrenen Epochen platz. Neugierig blickten wir in die verschiedenen Räume und der eine oder andere hatte sich wohl in eines der Fahrzeuge verkuckt.

So neigte sich das 1. Kleinwagen-Treffen in Walenstadt dem Ende zu, man kann ohne lange nachzudenken sagen, es war ein voller Erfolg und wir alle hoffen dass Daniel und Seine Helfer auch das nächste Jahr wieder ein Treffen organisieren.

NORDKAPP-RALLY, 19-23.06.1999

Vorbereitung

Was mit einem kleinen Inserat begonnen hatte, wurde zu einem unvergesslichen Erlebnis. Aber nun ganz von Beginn an, blättern wir einige Seiten im Kalender zurück. Unabhängigvoneinander war Ralph und mir in der März-Ausgabe des Oldtimer-Marktes ein kleines Inserat aufgefallen: „Kleinwagen Rally zum Nordkapp“. Was sehr verlockend klang, bei näherer Betrachtung aber wohl eine Nummer zu gross für uns, vor allem aber für unsere Fahrzeuge war. Geleitet von jugendlichem Leichtsinn, starteten wir nach kurzem (sehr kurzem) Abwägen unsere Reiseplanungen und unterzogen die Fahrzeuge einer eingehenden Prüfung. Nach kurzer Zeit stand fest, was wir ja eigentlich schon wussten. Ralphs Messerschmitt, noch mitten im Aufbau und meine Isetta, deren Zuverlässigkeit den Aktionsradius doch sehr Einschränkte würden sich sehr schwer tun auf dieser langen Strecke. Die Zeit verging, der Tag der Abreise nahte, Ralphs Messerschmitt war noch nicht zugelassen und hatte auch kaum mehr als 50 Testkilometer zurückgelegt. Würde die verbleibende Zeit noch reichen ? Unsere Nervosität nahm zu. Es reichte ! Der Messerschmitt war nicht zugelassen, aber zur Not tat es auch eine Exportnummer mit der Er die Schweiz verlassen konnte jedoch nicht wieder Einreisen durfte. Mit diesem Problem wollten wir uns aber erst auf der Rückreise beschäftigen.

Los gings, von Zürich über Lörach mit dem Autozug nach Hamburg und via Rostock mit der Fähre nach Helsinki legten wir den ersten Teil unserer Reise zurück. Nach den ersten Metern auf Helsinkis Kopfsteinpflaster Strassen war klar, die Radlager der Isetta mussten ersetzt werden.

Janne, Organisator der Rally und eine der hilfsbereitesten Personen die man sich Vorstellen kann überlies uns Seine Werkstatt, einen gut gefüllten Kühlschrank und die nötigen Ersatzteile. Das Problem war schnell behoben und hat mir seither keine Sorgen mehr gemacht. Gegen Abend fand sich eine Gruppe deutscher Messerschmittfahrer in Janne’s Garten ein. Während Janne’s Frau am Grill noch die letzen Fischfilets wendete begannen einige den Motor eines Tigers auszubauen und in Einzelteile zu zerlegen. Ein Lager der Kurbelwelle hatte sich gelöst und verursachte verdächtige Geräusche. Morgens um Drei Uhr war der Motor wieder zusammengebaut und hielt die Rally problemlos durch.

Zwei Tage späten bogen wir in den Parkplatz des Schulhauses in Enontekiö ein. Was für ein Bild, Microcars wohin man sah und längst waren nicht alle Angekommen. Einer derjenigen, die bereits den Weg ins Werkstattzelt gefunden hatten war Chop im BMW 600 mit Wohnwagen. Auf den letzen Kilometern vor Enontekiö schlug ein Stein die Frontscheibe Seines Wagens in tausend Stücke. Was nun ? In jeden anderen Land der Welt wäre Chop’s Reise bereits zuende gewesen, bevor sie richtig begonnen hatte. Nicht in Finnland ! 1000 Km weiter südlich in einem Oldtimermuseum stand ein BMW 600. Ein kurzer Anruf, die Scheibe wurde sofort ausgebaut, einem Transporter mitgegeben und Stunden später in Chop’s BMW eingebaut.

Startschuss

Am nächsten Morgen ging es los. Janne erklärte viersprachig (Finnisch, Schwedisch, Englisch, Deutsch !!!) Details der Route und erklärte die Rally für Eröffnet. Wir waren kaum 50 Km gefahren, baute Ralph bereits Seinen Motor aus, Schrauben des Lüfterrades hatten sich gelöst, dies sollte nicht Seine letzte Reparatur sein. (Übung macht den Meiser, heute braucht Ralph keine 15 Minuten mehr für einen Ein- oder Ausbau des Motors).

Trotz der herrlichen Landschaft und der optimalen Organisation der Rally waren diese Reparaturpausen auf der Route oder bis frühmorgens im Werkstattzelt die Höhepunkte der Reise. Alle waren unheimlich Hilfsbereit und mit Bier und Schraubenschlüssel in den Händen lässt sich einfach besser Fachsimpeln. Teilweise lies mich der Eindruck nicht los, einige Fahrer hätten die Rally als Gelegenheit genutzt, Ihre Fahrzeug wieder einmal richtig in Schwung zu bringen.

Am folgenden Tag war es soweit, das Nordkapp lag vor uns. Der Besucher-parkplatz zeigte sich von einer ungewohnten Seite, fast 100 Microcars hatten das symbolträchtige Ziel erreicht. Kurz nach Mitternacht, alle Teilnehmer standen in einer Bar des Nordkapp-Centers. Janne, sehr glücklich aber erschöpft von den letzten langen Tagen erhob sein Glas liess Seine Eindrücke der Rally Revue passieren und danke allen Beteiligen für das Gelingen dieses aussergewöhnlichen Abenteuers. Alle waren sich einig, so was hatte man noch nicht erlebt, während die einen sich fröhlich zu prosteten, gaben andere bereits den mitgereisten Reportern Interviews. Überall waren glückliche Gesichter zu sehen und noch lange bedeckte ein Redeschwall der über 150 Teilnehmen den Raum. In den Morgenstunden bewegte sich der Tross der Fahrzeuge einzeln oder in kleinen Gruppen Richtung Festland zurück. Einige hatten noch eine lange Nacht vor sich, galt es doch die Fahrzeuge wieder fit zu machen. Morgens um Fünf Uhr waren alle Fahrzeuge wieder fahrbereit und die Rückreise konnte beginnen.

Rückreise

Sehr glücklich aber müde nahmen wir den Heimweg, der noch einige Hürden enthalten sollte in Angriff. Erlebnis, Freundschaften und Bilder dieser Reise werden uns noch lange bleiben. Mein grösster Dank geht an Janne, Seine Familie und all die Helfer im Hintergrund die dieses einmalige Erlebnis erst möglich gemacht haben. Warum ich diesen Reisebericht erst jetzt geschrieben habe ? Fast zwei Jahre nach Ende der Rally weckten die Organisatoren unsere Erinnerungen wieder und sandten allen Teilnehmern ein Buch zur Rally, finanziert aus dem Überschuss der Reisekasse ! Sowas gibt es wohl auch nur in Finnland.

Weitere Berichte zur Nordkapp-Rally

Jahrestreffen 2009: Quer durch Toggenburg

Vorgeschichte !

Da mir beim Jahrestreffen die Hinterradaufhängung der Mopetta gebrochen ist, bleibt vor lauter Reparaturen leider keine Zeit mehr Berichte zu schreiben… Umso schöner, dass auch Journalister der lokalen Zeitungen vor Ort waren.

Bericht aus dem St. Galler Tagblatt von Michael Hug

Dreirad-Kult Gestern trafen sich die Fans des Rollermobils in Magdenau. Dabei war auch eine Isetta mit Campinganhänger.
Diese Dreiräder sind kein Kinderspielzeug. Obwohl sie nicht viel grösser sind als das «Velöli», das man als Kind mal besessen und geliebt hat. Geliebt werden diese Art Dreiräder auch, und zwar heiss. Liebevoll gepflegt und gehätschelt – und das hat seinen Grund: Sie sind alle um ein halbes Jahrhundert alt und rar wie Silberfünfliber.

Jahrelang bekniet

Eins der Dreiräder, das gestern beim Treffen des Schweizer Rollermobil-Clubs in Magdenau besonders viel Aufsehen erregt hat, ist eine BMW-Isetta. «300 Kubikzentimeter Hubraum, Spitze 85 Kilometer pro Stunde», erklärt ihr Besitzer Peter Fitze aus Stein stolz. S eit zehn Jahren besitzt er sie, hat sie total zerlegt, revidiert und wieder zusammengesetzt: «Sie hat einem alten Mann aus Bruggen gehört. Ich habe ihn sieben Jahre lang bekniet, sie mir zu verkaufen.» Schon als Bub habe er sich in diese himmelblaue Isetta des Nachbarn verliebt.

Auch als er nach Stein gezogen sei, habe er die Isetta nie aus den Augen verloren. Gross war dann die Freude, als der Besitzer mit 80 Jahren das Autofahren aufgab. «Er hat sich eines Tages eine Beule in der Türe geholt. Das sei genug, meinte er und verkaufte mir endlich die Isetta.» 5000 Franken hat Fitze dafür auf den Tisch legen müssen. Bekam aber im Paket zwei Motoren und eine ganze Werkstatt voller Ersatzteile.

Was alleweil von Nutzen ist, denn Originalteile für eine dreirädrige Isetta und Messerschmitt muss man sich auf dem Rollermobil-Flohmarkt zusammensuchen.

Auto für Normalverdiener

«Rollermobile sind Kleinwagen, im speziellen die Dreiräder», sagt der Degersheimer Messerschmidt-Besitzer Heinz Kronauer. «Für diese Fahrzeuge entstand nach dem Zweiten Weltkrieg ein riesiger Bedarf, weil sich Normalverdiener keine der damals gebauten Autos leisten konnten.» Warum die drolligen Fahrzeuge nur drei Räder besitzen, hatte ausschliesslich Steuergründe: Dreiräder galten als Motorräder. Kronauer weiter: «Ausserdem brauchte die Industrie Arbeit, nachdem ihr das Flugzeugbauen von den Alliierten verboten wurde.» Darum sieht eine Messerschmitt ein wenig aus wie ein Kleinflugzeug. Und eine Isetta wie ein Kühlschrank. Dazu meint Peter Fitze: «Die Isetta-Herstellerin in Italien produzierte auch Kühlschränke. Es lag nahe, dass man den Einstieg ins Auto wie eine Kühlschranktüre auf der Vorderseite baute.» Mit BMW-Motor bekam der fahrende Kühlschrank in der Schweiz das weisse Nummernschild, was heisst, dass er auch auf die Autobahn darf. «Für das Strassenverkehrsamt ist es ein Motorrad mit Seitenwagen. Deshalb braucht es dafür die Motorradprüfung, ein normaler Autofahrer dürfte dieses Fahrzeug gar nicht lenken», schmunzelt Fitze.

Schlafplätze, amtl. bew.

Geschmunzelt wird beim Anblick von Fitzes Gespann allenthalben. Der Schreiner hat sich für seine Isetta einen Campinganhänger gebaut. «Zwei Schlafplätze, Kühlfach, 130 Kilogramm schwer und amtlich zugelassen.» Da frotzelt ein Passant: «Aber Probeliegen geht nur mit Schuhlöffel!»

Jahrestreffen 2008: 30 Jahre Rollermobilclub Schweiz

Anfahrt

Bei bestem Wetter trafen wir uns im Restaurant Zollhaus, Hünenberg, gleich bei der historischen Holzbrücke nach Sins, erstmals mit unseren neuen, tollen Club T-Shirts mit dem neuen Logo. Als ich ankam waren die meisten Rollermobil-Piloten bereits eingetroffen. Glücklicherweise fand ich für meine Isetta noch ein freies Plätzchen. Gleich zu Anfang des Treffens konnte Bernhard Täschler einen ersten Höhepunkt Präsentieren: Einen Messerschmitt, in Handarbeit gefertigt in der Strafanstalt Lenzburg (Bernhard darf glücklicherweise jeden Abend wieder heim…). Nach einer kurzen, geselligen Runde machten wir uns auf die Ausfahrt, welche uns über via Zug und Arth nach Lauerz führte.

Schaubrennerei Zgraggen

In Lauerz konnten wir die Brennerei Zgraggen besichtigen und die ausgezeichneten Produkte der Firma auch gleich verkosten. Ja, die Gebrüder Zgraggen waren sehr grosszügig und man hätte angesichts des Angebotes wohl keine Probleme gehabt, sich in einen fahruntauglichen Zustand zu versetzen. Aber eben: diszipliniert wie wir nun einmal sind, haben wir bei spätestens 0,49 Promille einen Stopp gerissen und uns im Destillerieladen mit dem nötigsten versorgt.

Jubiläum im Sigristenhaus

Anschliessend ging es weiter nach Illgau, wo früher ein auffallend hoher Anteil an Albinos wohnhaft war. Na ja, eine ganzjährig befahrbare Strasse gibt es dort halt noch nicht solange und so mussten die fleischlichen Lüste bisweilen wohl auch in allzu naher Verwandtschaft ausgelebt werden. Zum Glück ist das heute nicht mehr so. Zumindest haben wir keinen einzigen Albino mehr gesehen. In Illgau haben wir uns im Restaurant Sigristenhaus einquartiert, dem einzigen Gasthaus des Ortes, welches sich übrigens im Eigentum der Gemeinde befindet. Wir wurden von der Wirtefamilie und dem Personal bestens betreut, so dass wir den ganzen Abend bestens versorgt wurden, um geistreiche Gespräche zu führen. So ging das am Schluss am Stammtisch noch bis weit nach der Polizeistunde weiter, so lange, dass ich am Sonntag die heilige Messe verschlafen habe, und das, obwohl die Kirche gleich neben dem Sigristenhaus steht, was ja eigentlich auch logisch ist. Über unser Treffen wurde auch noch in der Ortspresse berichtet (siehe Abdruck in diesem Kolbenfresser). Nach einem ausgiebigen Frühstück mussten wir unsere Fahrzeuge schön in Reih und Glied aufstellen, da der Pfarrer es sich nach der Messe nicht nehmen liess, die Fahrzeuge zu besichtigen und zu segnen. So konnten wir also mit Gottes Schutz die steile Abfahrt von Illgau ins Tal in Angriff nehmen.

Festungswerk Selgis

Nächster Programmpunkt war eine Besichtigung des ehemaligen Festungswerks Selgis, kurz vor Ried/Muotathal. Die Anlage war so gut getarnt, dass wir auch prompt daran vorbei gefahren sind. Die Anlage, die im zweiten Weltkrieg gebaut wurde, war sehr interessant und zeigte dank vieler zeitgenössischer Exponate auch auf, was für eine Stimmung damals herrschte. Interessant waren auch die zahlreichen Bilder des dort stationierten St. Galler Kunstmales Willy Koch, welche eine willkommende Auflockerung zum Dasein im Bunker darstellen.

Böötlitour und Panoramablick

Nach dieser Besichtigung ging es weiter nach Gersau, wobei wir auf dem Weg einige unserer Weggefährten verloren haben. In Gersau waren aber schliesslich wieder alle da. Es blieb uns Zeit um das Dorf zu erkunden und einen leinen Happen zu essen, bevor wir mit der Fähre nach Beckenried übersetzten. Im Beckenried wurden wir vom Club 3-Rad Piaggio Power Obwalden empfangen und zum Abschlusspunkt unseres Jahrestreffens zum Hotel Schwendelberg oberhalb Horw begleitet. Hier klarte der Himmel auf, so dass wir das wundervolle Panorama über dem Vierwaldstättersee in seiner ganzen Pracht geniessen konnten. Nach einem Imbiss war es auch schon wieder Zeit, sich zu verabschieden, gerade rechtzeitig bevor Petrus die Schleusen wieder öffnete.

Vielen Dank!

Unser Dank gebührt Paul und Steffi Häfeli für die tolle Organisation dieses Jubiläums-Jahrestreffens, das uns viele interessante Höhepunkten geboten hat. Hoffen wir, dass noch viele dem Beispiel der Häfelis folgen werden und sich ebenfalls für die Ausrichtung eines Jahrestreffens zur Verfügung stellen.

Walti Kälin, Einsiedeln

Rollermobilclub Frühlingsausfahrt zum Hasenstrick – 2008

Frühlingsgefühle

Am 25. Mai war es soweit: die Frühlingsausfahrt des Rollermobilclub stand auf dem Programm. Treffpunkt war der Albispass, wo wir uns um 10.00 Uhr trafen und nach einer Kaffee- und Gipfelistärkung die erste Etappe nach Zug in Angriff nahmen. Ziel war das Oldtimer Sunday Morning Meeting, welches jeweils am letzten Sonntag im Monat zwischen April und September auf dem Siemens-Areal stattfindet.

Ankunft in Zug

Aufgrund der schönen und warmen Wetters waren die Oldies in Scharen auf Achse, so dass uns ein Rasenparkplatz zugewiesen wurde, auf dem unschöne Ölflecken diskret verschwinden. Hier hatten wir Gelegenheit, die zahlreichen Fahrzeuge zu bewundern und den einen oder anderen Schwaz abzuhalten.

Weiter zum Hasenstrick

Gegen Mittag fuhren wir über Ägeri – Sattel – Rothenthurm – Rapperswil ans Oldtimertreffen auf den Hasenstrick, wo wir dank den bescheidenen Dimensionen unserer Fahrzeuge problemlos zu einem Parkplatz kamen. Auch hier bot sich Gelegenheit, zahlreiche interessante Fahrzeuge zu bewundern. Auf die letzte geplante Etappe vom Hasenstrick nach Dübendorf haben wir verzichtet, weil die Mehrzahl der Teilnehmer sich schon auf dem Hasenstrick verabschiedet hatte. Immerhin eine tolle Gelegenheit, sich noch einen Coupe Dänemark zu Gemüte zu führen.

Einmal mehr konnten wir eine tolle Ausfahrt erleben, mit schönem, warmem Wetter, ohne Pannen und mit gut gelaunten Kolleginnen (!) und Kollegen. Besten Dank an alle, die mitgekommen sind. Wir freuen uns nun auf das Jahrestreffen .

Walter Kälin, Einsiedeln