Saisonstart im Dolder

Saisonstart im Dolder

Frühlingszeit – Oldtimerzeit.

So oder ähnlich hatte ich mir dies vorgestellt, allerdings meinte es Petrus in den letzten Wochen nicht allzu gut mit uns Carbriofahrern. Hatte es am Samstag noch aus Kübeln gegossen, zeigte sich das Wetter sonntags von der etwas besseren Seite. Für die kurze Fahrt auf den Zürcher-Hausberg, öffnete ich das Verdeck und kam gegen 11:00 auf dem erstaunlich gut besuchten Dolder an. Kaum eingeparkt kamen die ersten Interessieren mit Fragen rund um den Messerschmitt.

  • Wie geht das mit dem Rückwärtsfahren ?
  • Ist es ein 2-Takter ?
  • Wieviel Oel muss hinzugemischt werden ?
  • Was verbraucht der Wagen ?

Noch interessanter war, dass mich niemand gefragt warum der Wagen nicht neu lackiert wurde. Ganz im Gegenteil, bekam ich doch viele Komplimente für den im original belassenen Zustand. Der Wind dreht sich…

Dolder Classics Zürich, 12. Mai 2019 / Bild: dream-cars.ch

Dolder Classics Zürich, 12. Mai 2019 / Bild: dream-cars.ch

Dolder Classics Zürich, 12. Mai 2019 / Bild: zwischengas.com

Mehr Bilder vom Dolder-Classics

https://www.zwischengas.com/de/VC/veranstaltungsberichte/Dolder-Classics-Mai-2019.html

https://www.dreamcar.ch/?page_id=383357

 

   

In Richtung MFK…

In Richtung MFK…

Demontiert, gereinigt, repariert, ersetzt, zusammengefügt, geklebt, gebohrt, etc. Seit ich den KR200 kurz vor Weihnachten 2017 in die heimische Garage überführt habe, sind unzählige Stunden in die konservative Restauration geflossen. Nun sind die Arbeiten abgeschlossen – nur noch der Prüfungstermin am Montag beim Strassenverkehrsamt trennt den KR200 von der Strasse…

Heute erreichte mich ein Anruf, der Messerschmitt soll nächste Woche als Prüfobjekt für einen spezifischen Oldtimer Kurs für die Experten im Stassenverkehrsamt Winterthur dienen.

Technik-Referenten der FIVA unterstützen den Kurs und ich hoffe alle Experten lesen sich übers Wochenende noch etwas in die Charta von Turin ein – wäre toll wenn dieser originale, unverbastelte KR200 den Veteranen-Stempel erhalten würde.

Daumen drücken erlaubt!

Mehr zum Thema:

 

Vorher – Nachher…

Vorher – Nachher…

Gut ein Jahr ist es her, da hatte ich die Gelegenheit einen „Scheuenfund“ KR200 zu kaufen. Obwohl „Scheuenfund“ das Ganze nicht so richtig trifft – stand der Wagen doch in einer Garage im Hochregallager – aber egal, das Gefühl etwas aus der Verborgenheit zu bergen ist schon bewegend.

Ein Regalsystem ist besonders praktisch für rechteckige Gegenstände. Ein Auto, sei es auch noch so klein passt da nicht richtig rein, also musste der Karo teilweise demontiert werden um besser zu passen. 

Um den Wagen einfacher zu transportieren haben wir kurzerhand alles wieder montiert, keine 30 Minuten später sah er schon wieder wie ein richtiger Messerschmitt aus.

Die Arbeiten am Wagen zogen sich über gut 12 Monate hin. Grundsätzlich wurde fast alles komplett demontiert, gereinigt und konserviert. Verschleissteile wie Buchen oder Seilzüge wurden erneuert der Rest aufgearbeitet – denn Originalteile sind in der Regel von besserer Qualität als Repro’s. Viel Arbeit wurde ins Interieur und den Lack gesteckt. Auch mussten alle Zierleisten demontiert werden, sonst klappt es mit dem Reinigen einfach nicht wie gewünscht – das alles kostet viel Zeit und lässt sich wirtschaftlich nur in Eigenregie erledigen.

Ich muss sagen, das Ergebnis bereitet mir viel Freude.

 

KR200 – Verdeckmontage, ohne Löcher!

KR200 – Verdeckmontage, ohne Löcher!

Bullenhitze unter der Plexihaube – nein dass muss nicht sein. Denkt man noch an die Klimaerwärmung kommen schon die ersten Schweisstropfen…

Nun fahre ich Cabrio !

Die Idee, mal ein Stoffverdeck zu montieren hatte ich schon länger, allerdings sieht ein Karo mit Plexihaube einfach toll aus und ich wollte auch keinen intakten Alurahmen verbohren um die Druckknöpfe zu befestigen. Bei meinem Scheunenfund war nur eine defekte Haube vorhanden, so nahm ich das Thema nochmals auf und begann etwas herumzusuchen. Es gab ja bereits in den 50-iger Jahren das Golde-Dach dass mittels einem kompletten Alu-Einlegerahmen im Haubenrahmen befestigt wurde. Sowas war mit aber zu aufwendig, ausserdem gefiel mir der umlaufende Rahmen nicht.  

Meine Lösung verwendet vorne den normalen Windfang und hinten einen Alustreifen der mit den Schrauben für die Rahmenmontage verbunden ist. So habe ich genügend Stabilität und kann wenn später doch wieder Plexihauben-Wetter wird alles rückgängig machen.

Abschliessend muss ich noch das Verdeck etwas an die neue Befestigung anpassen – aber ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Sommer 🙂

 

KR200 – erstmals seit 1973 wieder auf der Strasse

KR200 – erstmals seit 1973 wieder auf der Strasse

Mit Frau und Hund im Fond nahm der Karo Kurve um Kurve hoch zum Dolder – trotz etwas Rauch und „viel“ Geschmack kamen wir ohne nennenswerte Probleme an.

1973 abgemeldet. 1976 bis 2017 im Hochregallager und nun zurück auf der Strasse.

Bild: Bruno von Rotz / Zwischengas.com

Da sich der Wagen in unverbasteltem Originalzustand befand, stand einer konservativen Restauration nichts im Weg. Wie üblich in solchen Fällen ist viel Geduld beim lösen verrosteter Schrauben von Nöten und genügend Zeit für eine sanfte Reinigung und Pollitur schadet auch nicht. Aus technischer Sicht bereiteten nur die Buchsen der Lenklager probleme sowie der festsitzende Motor.

Um ein besseres Verständnis für die anstehenden Arbeiten am Motor zu erhalten, habe ich mich entschieden – nachdem der Kolben mal frei war – den Motor zum laufen zu bringen und einige Kilometer Erfahrung zu sammeln.

Es raucht, die Leerlaufklinke kann nicht betätigt werden und die Gänge fliegen raus.

Die Rauchentwicklung ist auf verbranntes Getriebeoel zurückzuführen, dass durch die harten Simmeringe den Weg in den Zylinder findet. Beim Leerlauf hoffe ich dass eine neue Feder das Problem löst, schwieriger siehts bei den rausfallenden Gängen aus, kann natürlich auch an der Leerlaufklinke liegen.

to be continued…

fertig geputzt !

fertig geputzt !

Seit Dezember letzten Jahres steht ein 63-iger Karo in meiner Garage. Wie immer versuche ich die Oberflächen des Wagens so original wie möglich zu lassen, was doch viel Handarbeit mit Reinigungsmittel und verschiedenen Pollierpasten mit sich bringt. Manch einer wird sich beim Anblick des Kotflügel fragen – was es denn da zu polieren gibt – nach Strahlen und Lackieren glänzt dass doch eh – aber mir gefällt die originale Farbe und neu lackierte Karo’s gibts ja nun wirklich genug.

Wobei man sagen muss, dass die beiden Kotflügel verglichen mit dem Rest des Wagen schon sehr mitgenommen aussehen. Mal schauen, wie das wirkt wenn der Wagen wieder fertig montiert ist, vielleicht muss da und dort noch etwas mit Airbrush korrigiert werden.

Einige Probleme bereiten mir die Haubengummis – einer fehlt komplett und andere sind durch die Lage der letzten 40-iger Jahre gefaltet. Nun habe ich die Gummis erwärmt und beschwert, ich hoffe sie auf diese Art wieder hinzukriegen oder irgendwoher bessere originale zu bekommen.

 

Als nächstes stehen die Seitenverkleidungen an, Sitze und die restlichen Interieur Teile sind schon gereinigt und montiert. Dann steht einer richtigen Probefahrt nichts mehr im Weg – der Motor läuft und das Getriebe schaltet – habe ich schon ausprobiert.

KR200, es geht voran…

KR200, es geht voran…

Wer den Blog etwas verfolgt hat, weiss dass seit Ende letzten Jahres ein KR200 in meiner Garage steht.

War ich über die letzten Wochen vorallem mit der Demontage und Reinigung der Einzelteile beschäftigt, kommt nun langsam der „schöne“ Teil ins Rollen. Erste Einzelteile sind schon wieder montiert und die Schachtel vom Messerschmitt Club Deutschland (Danke Roland, dass Du den Ersatzteilhandel mit so viel Engagement betreibst – Respekt!) wird auch immer leichter.

Erstmal musste der Motor wieder gängig gemacht werden – hatte doch jemand vor 41-Jahren oder noch länger die Kerze rausgedreht. Ärgerlich da in der Zwischenzeit der Rost so richtig viel Zeit hatte sich in allen Ritzen festzusetzten. Gemäss Theorie braucht nur etwas Rostlöser und zwei, drei gezielte Schläge mit dem Schonhammer auf den Kolben. Hat man zuvor noch den Zylinder erhitzt und den Kolben mit Kältespray behandelt gehts schon fast von selbst…

In der Praxis waren ca. 2 Monate Rostlöser-Einsatz gefragt, danach habe ich wiederholt ein Holzstück gepresst und als sich endlich etwas bewegte waren nochmals zwei Stunden pressen nötig. Genug gejammert, jetzt ist der Kolben frei, alles konnte gereinigt werden und sieht schon wieder ganz passabel aus.

Parallel dazu habe ich Bug und Wanne bearbeitet. Leider hatte der Wagen vorne mal eine kleinen Rempler, die Spuren wollte ich beseitigen.

Der grösste Schaden war vorne rechts, genau an der Stelle wo Bodenblech und Bug zusammenfinden. Mit einem langen Holzstück konnte ich die Beule von innen herausdrücken. Es braucht schon etwas Mut, mit harten Schlägen das Blech zu bearbeiten – aber es klappte besser als erwartet und nun ist unter der Zierleiste kaum mehr was zu sehen.

Freude machte der Unterboden. Nach einer Reinigung und Owatrol-Konservierung sieht das Ganze wie „Neu“ aus. Erstaunlich, wie wenig Rost und überhaupt keine Löcher zu finden waren.

Schön, ein Problem weniger!

Nachdem unten wieder alles in Ordnung war, konnte ich mich mit dem Rest beschäftigen – was soviel heisst wie Reinigen, Polieren und Zierteile montieren. Das ging alles relativ leicht von der Hand, einige Gewinde mussten nachgeschnitten werden, sonst passte alles. Nur die vordere Stossstange brauchte mehr Zuneigung, war sie vom Rempler doch stark verformt worden. Als nächstes stehen die Kotflügel an, aber dazu muss ich noch etwas Motivation aufbauen.

Ausserdem konnte ich die Pedalerie, alle Kabel und die Lenkung wieder einbauen. Nun mit neuen Buchsen und frischem Fett bewegt sich alles wie gewünscht.

Jetzt stehen arbeiten am Heck an. Der Motorträger ist schon wieder montiert, auch die Schwinge ist am Platz. Sieht doch schon bald wieder wie ein richtiger Messerschmitt aus.

Mehr dazu…

Nach 41-Jahren – wieder Tageslicht…

KR200 – die Reinigung beginnt…

KR200 – die Reinigung beginnt…

KR200 – die Reinigung beginnt…

Anfangs Dezember konnte ich meine Neuerwerbung nach Hause bringen. Seither habe ich einige Stunden mit dem Fahrzeug verbracht und mit der Demontage und Reinigung begonnen.

Sieht so aus, als muss man den Karo fast komplett zerlegen um die Reinigung richtig gut durchführen zu können…

Begonnen habe ich mit dem Heck, da es sich einfach demontieren lässt und rasch Erfolgserlebnisse versprach. Diese konnten übrigens auch gehalten werden, aber dazu später. Mein Plan mit dem Fahrzeug sieht folgendermassen aus:

  • Demontieren
  • Mit Wasser und Seife putzen, was sich nicht lösen lässt bekommt einen Spritzer Kaltreiniger (Bremsenspray oder Motor-Reiniger)
  • Danach reinige ich die Oberfläche mit Lackreiniger (habe ein Produkt von Rot-Weiss)
  • Anschliessend wird aufpoliert (3M Produkte; Fast-Cut (ist hierfür zu agressiv), Fein, und Maschine Polish)
  • Chrom und Alu behandle ich auch mit den 3M Produkten.
  • Dann wird wieder montiert

Eigentlich gehört Owatrol auch noch auf die Liste – aber da am Heck kein Rost vorhanden war, kommt das erst später zum Einsatz.

Beim Heck muss demnach der Tank raus (sah innen perfekt aus – keine Ahnung wie der sich so gut gehalten hat), dann die Lampen und schlussendlich noch die Zierleisten. Ist schon viel Arbeit, aber sobald die ersten glänzenden Stellen sichtbar sind, macht es sogar Spass !

 

So sieht das nackte Heck nach der Reinigungs- und Politurarbeit aus. Ich bin mir noch nicht im Klaren, ob ich die Stellen an denen die Farbe abgeplatzt ist ausbessern soll oder so belasse. Werde ich wohl am Schluss wenn das Ganze Fahrzeug sauber ist entscheiden.

Bei einem originalen unverbastelten Fahrzeug sieht man schön, wie früher gearbeitet wurde. Schweissnähte, Farbverlauf, etc. alles ist klar ersichtlich.

Innen wurde das Heck Schwarz-Seidenglanz lackiert.

Die Spuren der Zeit sind ersichtlich – aber das passt so, schliesslich ist der Wagen in Würde gealtert.

Nach 41-Jahren – wieder Tageslicht…

Nach 41-Jahren – wieder Tageslicht…

Vor einigen Wochen erreichte mich eine eMail – ein KR200 sollte weg…

Damals – 1976, Beat war im Militärdienst und mit einem 2-DM Lastwagen im Kanton Fribourg unterwegs. Irgendwo am Strassenrand stand einer grauer KR200. Offenbar war man sich schnell handelseinig und packte die Gelegenheit beim Schopf. Gemeinsam mit ein paar Kollegen wurde der Karo auf die Ladefläche des Lastwagens gehievt und abtransportiert. 

Dann passierte eine Ganze Weile nichts.  Geplant war, den Wagen nach erreichen des Pensionsalters zu restaurieren, aber wie so oft ändern sich Pläne im Laufe der Jahre und so kam es, dass der Wagen zum Verkauf stand.

Der Preis war verlockend und der Weg nach Toffen nicht allzu weit. Bei der Besichtigung zeigte sich das Beat ein freundlicher Zeitgenosse ist und das der Wagen original und unverbastelt war. Es gab einige kleine Beulen und teilweise etwas oberflächlichen Rost, aber die Substanz stimmte und alles bis auf die Letzte Schraube war vorhanden.

Schade, hat die Plexihaube nicht überlebt, aber im Sommer ist es unter der Haube ja eh zu heiss…

 

Wie schon 1976 waren wir uns auch im Jahr 2017 schnell handelseinig und ich konnte mich gedanklich schon mal auf den Transport vorbereiten. 

Eine Woche später viel der erste Schnee bis in die Niederungen. Entsprechendes Chaos herrschte auf den Strasse aber ich hatte mit dem Anhänger keine nennenswerten Probleme und kam gut gelaunt und frohen Mutes in Toffen an.

Um den Wagen einfacher zu laden wurde kurzerhand alles wieder provisorisch montiert – so sieht’s doch gleich wieder wie ein Messerschmitt aus.

Also – ab nach Hause und schnell in die warme Garage.

Dann war’s aber schon vorbei mit meiner Geduld und ich wollte wissen, ob sich die originale Lackierung gut aufpolieren lässt – ich denke das Ergebnis von 30 Sekunden Polieren kann sich sehen lassen.

In einer Kiste lagen noch einige der demontierten Teile sowie weitere Karo Ersatzteile die wohl nicht zu diesem Fahrzeug gehört haben.

Als nächstes steht eine Bestandesaufnahme an und ich werde beginnen den Wagen soweit zu demontieren, damit ich die Blechteile gut reinigen und polieren kann. Klar müssen alle Kabel und viele Lager ersetzt werden, aber mit einer konservativen Restauration sollte der Wagen in vernünftiger Zeit wieder fahrbereit werden.

Teures Werkzeug

Teures Werkzeug

Im Zeitalter von Bauhaus, OBI oder Jumbo kommt Werkzeug in der Regel aus Fernost und kostet im Set weniger als früher für ein einzelnen Schlüssel oder Schraubenzieher zu bezahlen war, was natürlich auf die Qualität dieser Werkzeuge niederschlägt.

Deshalb macht es durchaus Sinn, altes Werkzeug auf Märkten einzukaufen und sich an der guten alten Qualität zu erfreuen. Oft vergisst man, dass unsere Oldtimer bereits ab Werk mit einem Werkzeugset ausgeliefert wurden.

Ein solches Werkzeugset für den Messerschmitt KR200 wird aktuell angeboten.

Sieht schon toll aus – so in Leder gebunden und mit den Hersteller-Prägungen auf den Schlüsseln. Der Ausrufpreis liegt bei € 750.- da muss der gemeine Karofahrer schon mal Schlucken…