In Richtung MFK…

In Richtung MFK…

Demontiert, gereinigt, repariert, ersetzt, zusammengefügt, geklebt, gebohrt, etc. Seit ich den KR200 kurz vor Weihnachten 2017 in die heimische Garage überführt habe, sind unzählige Stunden in die konservative Restauration geflossen. Nun sind die Arbeiten abgeschlossen – nur noch der Prüfungstermin am Montag beim Strassenverkehrsamt trennt den KR200 von der Strasse…

Heute erreichte mich ein Anruf, der Messerschmitt soll nächste Woche als Prüfobjekt für einen spezifischen Oldtimer Kurs für die Experten im Stassenverkehrsamt Winterthur dienen.

Technik-Referenten der FIVA unterstützen den Kurs und ich hoffe alle Experten lesen sich übers Wochenende noch etwas in die Charta von Turin ein – wäre toll wenn dieser originale, unverbastelte KR200 den Veteranen-Stempel erhalten würde.

Daumen drücken erlaubt!

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Vorher – Nachher…

Vorher – Nachher…

Gut ein Jahr ist es her, da hatte ich die Gelegenheit einen „Scheuenfund“ KR200 zu kaufen. Obwohl „Scheuenfund“ das Ganze nicht so richtig trifft – stand der Wagen doch in einer Garage im Hochregallager – aber egal, das Gefühl etwas aus der Verborgenheit zu bergen ist schon bewegend.

Ein Regalsystem ist besonders praktisch für rechteckige Gegenstände. Ein Auto, sei es auch noch so klein passt da nicht richtig rein, also musste der Karo teilweise demontiert werden um besser zu passen. 

Um den Wagen einfacher zu transportieren haben wir kurzerhand alles wieder montiert, keine 30 Minuten später sah er schon wieder wie ein richtiger Messerschmitt aus.

Die Arbeiten am Wagen zogen sich über gut 12 Monate hin. Grundsätzlich wurde fast alles komplett demontiert, gereinigt und konserviert. Verschleissteile wie Buchen oder Seilzüge wurden erneuert der Rest aufgearbeitet – denn Originalteile sind in der Regel von besserer Qualität als Repro’s. Viel Arbeit wurde ins Interieur und den Lack gesteckt. Auch mussten alle Zierleisten demontiert werden, sonst klappt es mit dem Reinigen einfach nicht wie gewünscht – das alles kostet viel Zeit und lässt sich wirtschaftlich nur in Eigenregie erledigen.

Ich muss sagen, das Ergebnis bereitet mir viel Freude.

 

KR200 – Verdeckmontage, ohne Löcher!

KR200 – Verdeckmontage, ohne Löcher!

Bullenhitze unter der Plexihaube – nein dass muss nicht sein. Denkt man noch an die Klimaerwärmung kommen schon die ersten Schweisstropfen…

Nun fahre ich Cabrio !

Die Idee, mal ein Stoffverdeck zu montieren hatte ich schon länger, allerdings sieht ein Karo mit Plexihaube einfach toll aus und ich wollte auch keinen intakten Alurahmen verbohren um die Druckknöpfe zu befestigen. Bei meinem Scheunenfund war nur eine defekte Haube vorhanden, so nahm ich das Thema nochmals auf und begann etwas herumzusuchen. Es gab ja bereits in den 50-iger Jahren das Golde-Dach dass mittels einem kompletten Alu-Einlegerahmen im Haubenrahmen befestigt wurde. Sowas war mit aber zu aufwendig, ausserdem gefiel mir der umlaufende Rahmen nicht.  

Meine Lösung verwendet vorne den normalen Windfang und hinten einen Alustreifen der mit den Schrauben für die Rahmenmontage verbunden ist. So habe ich genügend Stabilität und kann wenn später doch wieder Plexihauben-Wetter wird alles rückgängig machen.

Abschliessend muss ich noch das Verdeck etwas an die neue Befestigung anpassen – aber ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Sommer 🙂

 

Mivalino-Tag auf eBay

Mivalino-Tag auf eBay

Inzwischen ist die italienische Lizenzproduktion des Messerschmitt KR175, der Mivalino auch in unseren Breitengraden bekannt. Obwohl nur wenige Fahrzeuge gebaut wurden, sind immer wieder Prospekte auf eBay zu haben. Heute ist gleich ein ganzes Starterpaket verfügbar.

Verkaufsbroschüre

Bedienungshandbuch

Flyer

Ratenzahlungsvereinbarung

Messerschmitt Motor – Wellen ausdistanzieren…

Messerschmitt Motor – Wellen ausdistanzieren…

Wer schon einen Sachs 200 Motor aus dem Messerschmitt oder Fuldamobil auf der Werkbank hatte, kennt das Leid.

Kurbel- und Getriebewellen müssen mit Passscheiben auf das genaue Spiel ausdistanziert werden.

Klingt doch gar nicht so schlimm, denk man – aber einerseits gibts keine passenden Scheiben beim Messerschmitt-Club Ersatzteillager und andererseits ist speziell bei der Kurbelwelle das Ausdistanzieren nicht so einfach, da die Scheiben zwischen Wange und Lager sitzen. Dieser Innenring muss aufgepresst werden, wobei die Kurbelwelle idealerweise nicht allzu stark leidet…

Aktuell habe ich den Motor aus meinem Scheunenfund KR200 demontiert. Die alten Simmerringe sind bretthart und die Spannungsfeder für den Leerlaufhebel war gebrochen – ein klarer Fall für die komplete Zerlegung. Da Getriebe und Kleinteile in gutem Zustand waren, wurde nur geputzt, neu ausdistanziert und wieder zusammengebaut.

Um das Spiel korrekt einzustellen, braucht man einge Passscheiben mit 13,5, 15,5 und 25mm Innendurchmesser. Klar gibts nicht bei Jumbo aber Hasler bietet die Standardgrössen auch einzeln an. Diese Standardscheiben habe ich etwas bearbeitet, dass sie für die Wellen passen. 

Um die Kurbelwelle richtig einzupassen nehme ich zwei alte Lager die mittels Schleifscheibe auf ein kleineres Mass gebracht wurden. So können die Lager einfach auf die Welle sowie in den Lagersitz im Gehäuse geschoben werden. Dadurch kann man mit den Passscheiben pröbeln, schnell die Kurbelwelle einlegen, das Gehäuse mit Papierdichtung zusammenschrauben um das Spiel zu prüfen. Hat man die richtige Anzahl Scheiben festgelegt, können die neuen Lager mit der Heiss-/Kalt-Methode eingebaut werden.  

Übrigens, statt dem innenliegenden Kurbelwellen-Simmering im Blechgehäuse verwende ich den Umbausatz von Frank Thunig für aussenliegende Simmeringe. Anstelle des originalen Simmerrings wird ein Aluring eingepresst. Dieser Ring hat auf der Aussenseite einen Sitz für einen Norm-Simmerring. Neben dem offensichtlichen Vorteil, dass ein defekter Simmerring ohne die Zerlegung des Motor gewechselt werden kann, vereinfacht diese Variante auch das Ausdistanzieren, da sich die Welle ohne Simmerring einfacher auf Spiel überprüfen lässt.

Herbstausfahrt 2018 – special guest „Microlino“

Herbstausfahrt 2018 – special guest „Microlino“

Rollermobile im Zuger Land

Sie waren in den 50er und 60er Jahren Symbol für erschwingliche Mobilität.
Und klein ist auch heute wieder sexy, besonders wenn man in urbanem Ambiente einen Parkplatz
sucht.

Ein Dutzend historische Kleinstautos welche zusammen gerade mal das Gewicht von zwei
Mittelklassewagen auf die Waage bringen gaben sich im Zugerland und oberen Freiamt ein
Stelldichein.

Special Guest war dabei ein brandneuer Microlino Prototyp mit E-Antrieb der fahrbereit weniger
wiegt als die Batterie eines Elektro-SUV! Die Freunde kleiner Autos waren vom Urenkel des BMW
Isetta sehr angetan und nahmen ihn entsprechend gerne in seine Reihen auf und zu einer Ausfahrt
mit.

Nach Besuch der Schokoladen Manufaktur Aeschbach im luzernischen Root fuhren Mitglieder des
Schweizerischen Rollermobilklubs über fast unbekannte (Um)wege zur Limi-Hütte im zugerischen
Meisterswil.

 

KR200 – erstmals seit 1973 wieder auf der Strasse

KR200 – erstmals seit 1973 wieder auf der Strasse

Mit Frau und Hund im Fond nahm der Karo Kurve um Kurve hoch zum Dolder – trotz etwas Rauch und „viel“ Geschmack kamen wir ohne nennenswerte Probleme an.

1973 abgemeldet. 1976 bis 2017 im Hochregallager und nun zurück auf der Strasse.

Bild: Bruno von Rotz / Zwischengas.com

Da sich der Wagen in unverbasteltem Originalzustand befand, stand einer konservativen Restauration nichts im Weg. Wie üblich in solchen Fällen ist viel Geduld beim lösen verrosteter Schrauben von Nöten und genügend Zeit für eine sanfte Reinigung und Pollitur schadet auch nicht. Aus technischer Sicht bereiteten nur die Buchsen der Lenklager probleme sowie der festsitzende Motor.

Um ein besseres Verständnis für die anstehenden Arbeiten am Motor zu erhalten, habe ich mich entschieden – nachdem der Kolben mal frei war – den Motor zum laufen zu bringen und einige Kilometer Erfahrung zu sammeln.

Es raucht, die Leerlaufklinke kann nicht betätigt werden und die Gänge fliegen raus.

Die Rauchentwicklung ist auf verbranntes Getriebeoel zurückzuführen, dass durch die harten Simmeringe den Weg in den Zylinder findet. Beim Leerlauf hoffe ich dass eine neue Feder das Problem löst, schwieriger siehts bei den rausfallenden Gängen aus, kann natürlich auch an der Leerlaufklinke liegen.

to be continued…

Kleinwagen-Concours an der Classic-Gala in Schwetzingen

Kleinwagen-Concours an der Classic-Gala in Schwetzingen

Seit einigen Jahren hat sich der Kleinwagen-Concours an der Classic-Gala in Schwetzingen etabliert. Auch dieses Jahr war ein buntes Spektrum an Fahrzeugen zu bewundern. 

Mehr dazu: https://www.zwischengas.com/de/VC/veranstaltungsberichte/Classic-Gala-Schwetzingen-2018.html

Alle Fotos: Bruno von Rotz, Zwischengas.com

Neben den üblichen Verdächtigen waren dieses Jahr auch zwei Hurst Versehrtenfahrzeuge ausgestellt.

Eine besondere Überraschung bot der Brütsch 1200. Das muss man Brütsch lassen, egal war Er gebaut hat – die Form stimmte immer.

KR175 – customized…

KR175 – customized…

Aktuell wird auf eBay ein gelber KR175 für € 25’000.- angeboten. Wer für diesen Betrag ein originalgetreu restauriertes Fahrzeug erwartet liegt vollkommen richtig wird hier aber nicht fündig.

So sieht es der Verkäufer:

Messerschmitt KR 175 Cabrio Bj 1954 angemeldet fahrbreit Tüv neu,Dach neu Sitze Leder neu Teppichboden neu, Armaturenbrett Leder neu Reifen neu

Seit mehr als 10 Jahren sind neue Plexihauben für den KR175 erhältlich – klar, die Dinger sind teuer und der Einbau ist mühsam. Aber deshalb gleich den Wagen zu skalpieren und mit eine Baumarkt Elektorasenmäherscheibe zu versehen ist nun wirklich nicht nötig. Passend zur stilsicheren Haube wurde ein Zubehörspiegel aus dem 80-iger Jahre Manta Fundus montiert, die Blinker sind wohl auch im Anhängerersatzteilmarkt zu finden – so könnte man weitere Punkte nennen, aber lieber lassen wir die Bilder sprechen…

Wems gefällt kann noch zuschlagen, bisher ist der Wagen noch nicht verkauft 🙂

 

Bisbi 2018 – Kleinwagentreffen im Burgund

Bisbi 2018 – Kleinwagentreffen im Burgund

Letztes Wochenende lud Jean-Do zum zweijährlich stattfindenen Kleinwagentreffen in Le Breuil / Burgund ein. Diesmal wurde das 10-jährige Bestehen der Bisbi-Organisation gefeiert, ein eindeutiges Zeichen, dass das Treffen funktioniert und seinen Platz im immer dichter besetzten Platz der Veranstaltungen gefunden hat.

Das im Städtchen Le Breuil gelegene Schloss bietet einen würdigen Rahmen für ein Oldtimertreffen. Ein hohes, gusseisernes Tor öffnet den Blick in einen weitläufigen Park, dessen Ende das Schloss markiert. Im Park werden die Wagen aufgereiht und die Stecke vom Tor zum Schloss und zurück bietet Gelegenheit frisch reparierte Fahrzeuge probezufahren – ideale Verhältnisse ohne Platzprobleme.

Dieses Jahr nahmen ca. 80 Personen aus Frankreich, Belgien, Holland, Deutschland, der Schweiz und Polen teil und brachten gut 50 Fahrzeuge ins Burgund.

Die Schweizer Vertretung umfasste 2 KR200, 1 TG500, 1 Belcar, 2 Isetta’s und einen Bernardet Roller.

Neben den üblichen Verdächtigen wie Messerschmitt und Isetta waren viele in der Schweiz unbekannte Fahrzeuge zu sehen. Besonders aufgefallen sind die Inter – eine französische Version des Messerschmitt-Konzepts mit zur Seite öffnender Kuppel und hintereinanderliegenden Sitzen. Vom Inter wurden nur 273 Stück gebaut, davon sollen ca. 50 überlebt haben – die wenigsten sind fahrbereit. Am Treffen nahmen drei Inter teil, eine Sensation !

Inter 175 A sur la route…

Einer lief, musste aber immer angeschoben werden, bei einem funktionierte der Anlasser allerdings lief er kaum mehr als 45km/h und einer funktionierte wie gewünscht.

Für Leute, die den Wagen nicht kennen – man erkennt den Inter an der geöffneten Motorhaube und diversen Personen, teilweise mit schwarzen Händen um das Fahrzeug stehend. 

Von den Voisin waren drei vor Ort, allerdings kann ich mich nicht erinnern mal einen fahren zu sehen. Ähnlich verhielt es sich mit den zwei Solytos. Vom Hänger abgeladen, vor dem Schloss parkiert und am Sonntag wieder aufgeladen – null Emissionen, kein Treibstroffverbrauch – so eine tolle Gesamtbilanz kriegt kein Tesla hin 🙂

Für alle anderen Fahrzeuge hatte das Treffen drei lange bis sehr lange Ausfahrten zu bieten. Die hügelige Landschaft mit unzähligen Kurven macht Spass zum Cruisen, verlangt aber einiges vom Mensch und Maschine. War es am Freitag noch sehr heiss, hielt sich die Sonne am Samstag etwas zurück und liess den Motoren mehr Platz zur Regeneration. Im grossen ganzen schlugen sich die Wagen aber bestens, leider konnte mein Belcar nicht mit den zuverlässigsten mithalten, am Samstag musste ich den Wagen mit Verdacht auf Lagerschaden an der Kurbelwelle abstellen. Somit wären wir dann bei drei Motoren die ich über den Winter richten muss – wird wohl eine eher kurzweilige Zeit werden.

Neben den Ausfahrten steht im Burgund ganz klar das Essen im Zentrum. Während den drei Tagen wird immer gemeinsam gegessen. Typisch französisch, gibts mittags und abends einen 3-Gänger mit heimischem Rotwein. Wie das Bisbi-Team jeweils das Essen organisiert und serviert hat – mein allergrösstes Lob – das ist Spitzenklasse !

Das Fazit ist ganz einfach: ein tolles, familiäres Treffen in schöner Umgebung begleiten von hervorragendem Essen.

Bravo !

Ach ja – zwei Preise konnten die „Schweizer“ mitnehmen. Grösster ausländischer Club und bestes originales Fahrzeug.