Das letzte Mosaikstück

Das letzte Mosaikstück

Die offizielle Messerschmitt Vertragshändlerliste der Schweiz umfasste 2-Seiten, gut 60 Händler von Affoltern am Albis (Garage Neidhard) über Bern (Gebr. Hänni) bis Zürich (Wanzenried) boten den Kabienroller an. Der Grossteil der Fahrzeuge wurde aber bei der FRANZ AG an der Badenerstrasse 313 in Zürich verkauft. Alle FRANZ AG Messerschmitt zieren ein kleines Emblem auf dem Heckteil. Oft sind aber nur noch die beiden Schraubenlöcher zu sehen, vom Emblem keine Spur. So war es auch bei meinem KR200, scheint so als wären diese Embleme gerne demontiert und gesammelt worden. 

Diesmal hatte ich Glück, kurz nach meinem Inserat im FAM Flohmarkt wurde ich von Franz-Josef kontaktiert. Er hatte ein solches Emblem – dem Namensvetter sei dank.

Katastrophales Messerschmitt Wochenende…

Katastrophales Messerschmitt Wochenende…

Endlich Sommer!

Nach all den kühlen und regnerischen Tagen, zeigte sich die Sonne rechtzeitig für das lange Wochenende. Was eigentlich ganz toll klingt, ist für den gemeinen Messerschmitt-Fahrer ein echtes Problem. Klar gibts Lufteinweiser oder Sonnenschutztücher die den sofortigen Kollaps des Fahrers verhindern, aber sein wir mal ehrlich – als Messerschmitt Pilot fühlt man sich an einem sonnigen Tag wie eine ausgetrocknete Aubergine im Gewächshaus.

Ich weiss, jahrelang hatte ich jedem der es hören wollte erklärt dass ein Karo nur mit Plexihaube ein richtiger Karo sei – alles andere doch noch eine Beleidigung für Auge. Leute, ich lag komplett daneben. Mea Culpa!

Freitags bei knapp 25 Grad und strahlend blauem Himmel bin gut 15 Kilometer mit offenem Verdeck gefahren und habe jede Minute genossen, es war einfach nur toll. In diesem Sinne freue ich mich auf weitere sonnige Tage im Messerschmitt.   

Saisonstart im Dolder

Saisonstart im Dolder

Frühlingszeit – Oldtimerzeit.

So oder ähnlich hatte ich mir dies vorgestellt, allerdings meinte es Petrus in den letzten Wochen nicht allzu gut mit uns Carbriofahrern. Hatte es am Samstag noch aus Kübeln gegossen, zeigte sich das Wetter sonntags von der etwas besseren Seite. Für die kurze Fahrt auf den Zürcher-Hausberg, öffnete ich das Verdeck und kam gegen 11:00 auf dem erstaunlich gut besuchten Dolder an. Kaum eingeparkt kamen die ersten Interessieren mit Fragen rund um den Messerschmitt.

  • Wie geht das mit dem Rückwärtsfahren ?
  • Ist es ein 2-Takter ?
  • Wieviel Oel muss hinzugemischt werden ?
  • Was verbraucht der Wagen ?

Noch interessanter war, dass mich niemand gefragt warum der Wagen nicht neu lackiert wurde. Ganz im Gegenteil, bekam ich doch viele Komplimente für den im original belassenen Zustand. Der Wind dreht sich…

Dolder Classics Zürich, 12. Mai 2019 / Bild: dream-cars.ch

Dolder Classics Zürich, 12. Mai 2019 / Bild: dream-cars.ch

Dolder Classics Zürich, 12. Mai 2019 / Bild: zwischengas.com

Mehr Bilder vom Dolder-Classics

https://www.zwischengas.com/de/VC/veranstaltungsberichte/Dolder-Classics-Mai-2019.html

https://www.dreamcar.ch/?page_id=383357

 

   

In Richtung MFK…

In Richtung MFK…

Demontiert, gereinigt, repariert, ersetzt, zusammengefügt, geklebt, gebohrt, etc. Seit ich den KR200 kurz vor Weihnachten 2017 in die heimische Garage überführt habe, sind unzählige Stunden in die konservative Restauration geflossen. Nun sind die Arbeiten abgeschlossen – nur noch der Prüfungstermin am Montag beim Strassenverkehrsamt trennt den KR200 von der Strasse…

Heute erreichte mich ein Anruf, der Messerschmitt soll nächste Woche als Prüfobjekt für einen spezifischen Oldtimer Kurs für die Experten im Stassenverkehrsamt Winterthur dienen.

Technik-Referenten der FIVA unterstützen den Kurs und ich hoffe alle Experten lesen sich übers Wochenende noch etwas in die Charta von Turin ein – wäre toll wenn dieser originale, unverbastelte KR200 den Veteranen-Stempel erhalten würde.

Daumen drücken erlaubt!

Mehr zum Thema:

 

Vorher – Nachher…

Vorher – Nachher…

Gut ein Jahr ist es her, da hatte ich die Gelegenheit einen „Scheuenfund“ KR200 zu kaufen. Obwohl „Scheuenfund“ das Ganze nicht so richtig trifft – stand der Wagen doch in einer Garage im Hochregallager – aber egal, das Gefühl etwas aus der Verborgenheit zu bergen ist schon bewegend.

Ein Regalsystem ist besonders praktisch für rechteckige Gegenstände. Ein Auto, sei es auch noch so klein passt da nicht richtig rein, also musste der Karo teilweise demontiert werden um besser zu passen. 

Um den Wagen einfacher zu transportieren haben wir kurzerhand alles wieder montiert, keine 30 Minuten später sah er schon wieder wie ein richtiger Messerschmitt aus.

Die Arbeiten am Wagen zogen sich über gut 12 Monate hin. Grundsätzlich wurde fast alles komplett demontiert, gereinigt und konserviert. Verschleissteile wie Buchen oder Seilzüge wurden erneuert der Rest aufgearbeitet – denn Originalteile sind in der Regel von besserer Qualität als Repro’s. Viel Arbeit wurde ins Interieur und den Lack gesteckt. Auch mussten alle Zierleisten demontiert werden, sonst klappt es mit dem Reinigen einfach nicht wie gewünscht – das alles kostet viel Zeit und lässt sich wirtschaftlich nur in Eigenregie erledigen.

Ich muss sagen, das Ergebnis bereitet mir viel Freude.

 

KR200 – Verdeckmontage, ohne Löcher!

KR200 – Verdeckmontage, ohne Löcher!

Bullenhitze unter der Plexihaube – nein dass muss nicht sein. Denkt man noch an die Klimaerwärmung kommen schon die ersten Schweisstropfen…

Nun fahre ich Cabrio !

Die Idee, mal ein Stoffverdeck zu montieren hatte ich schon länger, allerdings sieht ein Karo mit Plexihaube einfach toll aus und ich wollte auch keinen intakten Alurahmen verbohren um die Druckknöpfe zu befestigen. Bei meinem Scheunenfund war nur eine defekte Haube vorhanden, so nahm ich das Thema nochmals auf und begann etwas herumzusuchen. Es gab ja bereits in den 50-iger Jahren das Golde-Dach dass mittels einem kompletten Alu-Einlegerahmen im Haubenrahmen befestigt wurde. Sowas war mit aber zu aufwendig, ausserdem gefiel mir der umlaufende Rahmen nicht.  

Meine Lösung verwendet vorne den normalen Windfang und hinten einen Alustreifen der mit den Schrauben für die Rahmenmontage verbunden ist. So habe ich genügend Stabilität und kann wenn später doch wieder Plexihauben-Wetter wird alles rückgängig machen.

Abschliessend muss ich noch das Verdeck etwas an die neue Befestigung anpassen – aber ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Sommer 🙂

 

Mivalino-Tag auf eBay

Mivalino-Tag auf eBay

Inzwischen ist die italienische Lizenzproduktion des Messerschmitt KR175, der Mivalino auch in unseren Breitengraden bekannt. Obwohl nur wenige Fahrzeuge gebaut wurden, sind immer wieder Prospekte auf eBay zu haben. Heute ist gleich ein ganzes Starterpaket verfügbar.

Verkaufsbroschüre

Bedienungshandbuch

Flyer

Ratenzahlungsvereinbarung

Messerschmitt Motor – Wellen ausdistanzieren…

Messerschmitt Motor – Wellen ausdistanzieren…

Wer schon einen Sachs 200 Motor aus dem Messerschmitt oder Fuldamobil auf der Werkbank hatte, kennt das Leid.

Kurbel- und Getriebewellen müssen mit Passscheiben auf das genaue Spiel ausdistanziert werden.

Klingt doch gar nicht so schlimm, denk man – aber einerseits gibts keine passenden Scheiben beim Messerschmitt-Club Ersatzteillager und andererseits ist speziell bei der Kurbelwelle das Ausdistanzieren nicht so einfach, da die Scheiben zwischen Wange und Lager sitzen. Dieser Innenring muss aufgepresst werden, wobei die Kurbelwelle idealerweise nicht allzu stark leidet…

Aktuell habe ich den Motor aus meinem Scheunenfund KR200 demontiert. Die alten Simmerringe sind bretthart und die Spannungsfeder für den Leerlaufhebel war gebrochen – ein klarer Fall für die komplete Zerlegung. Da Getriebe und Kleinteile in gutem Zustand waren, wurde nur geputzt, neu ausdistanziert und wieder zusammengebaut.

Um das Spiel korrekt einzustellen, braucht man einge Passscheiben mit 13,5, 15,5 und 25mm Innendurchmesser. Klar gibts nicht bei Jumbo aber Hasler bietet die Standardgrössen auch einzeln an. Diese Standardscheiben habe ich etwas bearbeitet, dass sie für die Wellen passen. 

Um die Kurbelwelle richtig einzupassen nehme ich zwei alte Lager die mittels Schleifscheibe auf ein kleineres Mass gebracht wurden. So können die Lager einfach auf die Welle sowie in den Lagersitz im Gehäuse geschoben werden. Dadurch kann man mit den Passscheiben pröbeln, schnell die Kurbelwelle einlegen, das Gehäuse mit Papierdichtung zusammenschrauben um das Spiel zu prüfen. Hat man die richtige Anzahl Scheiben festgelegt, können die neuen Lager mit der Heiss-/Kalt-Methode eingebaut werden.  

Übrigens, statt dem innenliegenden Kurbelwellen-Simmering im Blechgehäuse verwende ich den Umbausatz von Frank Thunig für aussenliegende Simmeringe. Anstelle des originalen Simmerrings wird ein Aluring eingepresst. Dieser Ring hat auf der Aussenseite einen Sitz für einen Norm-Simmerring. Neben dem offensichtlichen Vorteil, dass ein defekter Simmerring ohne die Zerlegung des Motor gewechselt werden kann, vereinfacht diese Variante auch das Ausdistanzieren, da sich die Welle ohne Simmerring einfacher auf Spiel überprüfen lässt.

Herbstausfahrt 2018 – special guest „Microlino“

Herbstausfahrt 2018 – special guest „Microlino“

Rollermobile im Zuger Land

Sie waren in den 50er und 60er Jahren Symbol für erschwingliche Mobilität.
Und klein ist auch heute wieder sexy, besonders wenn man in urbanem Ambiente einen Parkplatz
sucht.

Ein Dutzend historische Kleinstautos welche zusammen gerade mal das Gewicht von zwei
Mittelklassewagen auf die Waage bringen gaben sich im Zugerland und oberen Freiamt ein
Stelldichein.

Special Guest war dabei ein brandneuer Microlino Prototyp mit E-Antrieb der fahrbereit weniger
wiegt als die Batterie eines Elektro-SUV! Die Freunde kleiner Autos waren vom Urenkel des BMW
Isetta sehr angetan und nahmen ihn entsprechend gerne in seine Reihen auf und zu einer Ausfahrt
mit.

Nach Besuch der Schokoladen Manufaktur Aeschbach im luzernischen Root fuhren Mitglieder des
Schweizerischen Rollermobilklubs über fast unbekannte (Um)wege zur Limi-Hütte im zugerischen
Meisterswil.

 

KR200 – erstmals seit 1973 wieder auf der Strasse

KR200 – erstmals seit 1973 wieder auf der Strasse

Mit Frau und Hund im Fond nahm der Karo Kurve um Kurve hoch zum Dolder – trotz etwas Rauch und „viel“ Geschmack kamen wir ohne nennenswerte Probleme an.

1973 abgemeldet. 1976 bis 2017 im Hochregallager und nun zurück auf der Strasse.

Bild: Bruno von Rotz / Zwischengas.com

Da sich der Wagen in unverbasteltem Originalzustand befand, stand einer konservativen Restauration nichts im Weg. Wie üblich in solchen Fällen ist viel Geduld beim lösen verrosteter Schrauben von Nöten und genügend Zeit für eine sanfte Reinigung und Pollitur schadet auch nicht. Aus technischer Sicht bereiteten nur die Buchsen der Lenklager probleme sowie der festsitzende Motor.

Um ein besseres Verständnis für die anstehenden Arbeiten am Motor zu erhalten, habe ich mich entschieden – nachdem der Kolben mal frei war – den Motor zum laufen zu bringen und einige Kilometer Erfahrung zu sammeln.

Es raucht, die Leerlaufklinke kann nicht betätigt werden und die Gänge fliegen raus.

Die Rauchentwicklung ist auf verbranntes Getriebeoel zurückzuführen, dass durch die harten Simmeringe den Weg in den Zylinder findet. Beim Leerlauf hoffe ich dass eine neue Feder das Problem löst, schwieriger siehts bei den rausfallenden Gängen aus, kann natürlich auch an der Leerlaufklinke liegen.

to be continued…