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Rollermobil & Kabinenroller Club der Schweiz

Archiv für die Kategorie Kleinwagengeschichten

Kleinwagengeschichten: KR200, 1960

Kleinwagengeschichten: KR200, 1960

1986

„…und Du denkst, dass Du diesen Haufen Blech tatsächlich in der richtigen Reihenfolge wieder zusammen kriegst?“

So und ähnlich lauteten die Fragen kurz nach dem Erwerb meines Messerschmitt Kabinenrollers KR 200 unter vorangegangener Ausgabe von beinahe sämtlichen Ersparnissen. Insgeheim dachte wohl ohnehin jeder: „Der hat ja eine Meise soviel Geld für dieses Fahrzeug hinzublättern.“ Auf dem Weg zur Berufsschule stand zu jener Zeit ein rot-brauner Messerschmitt mit „Mening-Pinsellackierung“ und einer Menge Beulen beim Fahrrad-Unterstand und etwa 500 m später ein gelber Heinkel, eingeparkt in einer Bretterwand-Lücke. Es gab sie damals noch, wenn auch nur noch spärlich, die abgekämpften Kleinwagen im Alltagsbetrieb. Das war 1986.

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1988
Zwei Jahre später stand er wieder da, diesmal ohne Karies, frisch restauriert, weiss glänzend, allen Unkenrufen zum Trotz. Ich geb ja zu, ganz so wohl war mir zuvor auch nicht. So ganz sicher war ich mir nämlich damals nicht, ob ich mein Fahrzeug jemals wieder auf seine drei Räder bringen würde. Unter Mithilfe eines Lackierbetriebes für die Endlackierung und einer hervorragenden Spenglerei (Sigrist in Einsiedeln) für die Arbeiten an der Karosserie sowie technischem Interesse und einer Portion Hartnäckigkeit meinerseits wurde das Werk vollendet.

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Rückblickend
Heute nach beinahe 14 Jahren und einigen Kilometern mehr auf dem Tacho, blättere ich gerne in meinem Restaurationsbuch, nicht ohne ein gewisses Schmunzeln auf dem Gesicht. Mann war das eine Arbeit! Natürlich hatte ich als Büromensch sehr viel länger als ein geübter Schrauber oder gar ein Facharbeiter. Einige Arbeiten musste ich mehrmals aufs Neue in Angriff nehmen, wie z.B. das Abdeckblech des Relais und der Klemmen: Ganze sieben Mal wurde der kleine Kasten grundiert, lackiert und erneut wieder runter auf die Grundierung geschliffen, damit er meinem kritischen Auge genügte. Sogar der Backofen aus der Mietwohnung musste für meine Einbrennkünste herhalten.

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MFK !
Die MFK-Hürde wurde im zweiten Anlauf mit Bravour geschafft, nachdem der erste Termin ins Wasser fiel, da die eingepflanzte Stahlwatte im Auspuff zwecks Schalldämpfung die ausgestossenen Abgase dermassen blockierte, dass der Motor nicht mehr dazu überredet werden konnte dem MFK-Experten seine knapp 10 PS zu demonstrieren.

Erste Ausfahrt

Die erste Ausfahrt nach dem MFK? Grossartig! Ein unbeschreibliches Gefühl, im frisch restaurierten und zugelassenen Gefährt in Richtung Weggis über die Landstrasse zu brettern. Die Strasse wischte ungewohnt nahe am Gesäss weg und die Geschwindigkeit erschien atemberaubend hoch bei einer unvergleichlich direkten Lenkung. Ganz so schlecht scheint die Restauration nicht gelungen zu sein, da der „Dog-Killer“ (mit zwei Rädern vorn und einem Rad hinten erwischt man jeden streunenden Hund, meinen die Engländer) auch heute noch recht ansehnlich ist.

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Was der kostet?
Der Kaufpreis von damals inklusive Restaurationskosten liegt im Gegensatz zu 1988 unter dem zum heutigen Zeitpunkt eingeschätzten Wert. Der Kaufpreis für meinen Messerschmitt mit erstmaliger Inverkehrsetzung im Jahr 1960 wird wohl kaum von jemandem bezahlt werden können……….

Karl Birchler, Willerzell

Kleinwagengeschichten: KR200, 1957

Kleinwagengeschichten: KR200, 1957

Geschichte
Damals sah man die Karos noch auf der Strasse umherfahren. Die Produktion wurde erst sieben Jahre zuvor eingestellt. Wir sind im Jahr 1971. Heinz, dem der Karo schon immer gefallen hat, schiebt soeben sein erstes Exemplar heim. Für 20 Franken mit Ersatzmotor. Für den damaligen Stift viel Geld. Aber das Glück währt nicht lange, denn die Plexiglashaube geht an der Teppichstange im Hof in Stücke. Doch Ersatz ist schnell gefunden. Der Messserschmitt wird Grün angestrichen, zusätzlich ziert eine ‚Stones‘ Zunge die Front. Ab 18 wird die Fahrerei mit dem Führerschein legalisiert. Ab da war der Karo nicht mehr zu halten. Jedes Jahr Skiferien, Sommerferien im Tessin und ein Besuch des GP von Monza mit drei Karo’s. Bis zu Heinzens 24 Geburtsjahr sein einziges Fahrzeug.

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80-iger Jahre
Heinz’s Freundin Conny geht für 1 Jahr ins Tessin. Schnell ist ein zweiter Karo gefunden. Einer ist bei Conny im Tessin, der zweite pendelt zwischen Zürich und Tessin. 1979-81 bereisen Heinz und Conny Nord und Südamerika. Zur Finanzierung wird der zweite Karo wieder verkauft. Kaum zurück wird der Karo 1982 vollständig renoviert. Wieder grün, diesmal allerdings aus der Spritzpistole. Es kommen noch einige Karo’s dazu. Auch das eine oder andere Ersatzteil, original Werkzeug und Literatur finden sich bei Heinz ein. Der Höhepunkt ist ein selbstgebauter Motorenprüfstand.

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Aktuell
Doch Heinz bleibt seinem ersten Karo treu. Zur Finanzierung einer Restauration werden alle anderen Karo’s verkauft. Nach so vielen Jahren Erfahrung wird der Karo perfekt, diesmal in Pastellblau. Aus einem zweiten Einstieg wird ein Sportaufbau angefertigt, der schnell und problemlos dem Plexidach weichen kann. Einfach den Draht aus dem Scharnier ziehen!!
Ein Probefahrt von Autor und Fotograph bestätigen einhellig: muss ich auch haben !!!

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Heinz Kronauer, Degersheim

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