Ein Schritt vor und zwei zurück…

Nein, mein KR200 ist noch nicht fertig –  auch nicht in den nächsten Tagen!

Glaubt man allgemeinen Grundsätzen der Lernmethodik, muss man Dinge wiederholen, bis sie bleiben. Also, getreu nach dem Motto „Übung macht dem Meister“ habe ich nun sogar den kompletten Einstieg mit dem Haubenrahmen demontiert, wäre doch schade wenn ich nicht wüsste wie sowas geht…

Aber blenden wir etwas zurück. Vor einer Woche setzte ich erstmals das frisch lackierte Heckteil auf den Wagen. Beim schliessen des Einstiegs viel es mir sofort auf. Sowas nennt man im Fachchargon „Spaltmasse“. Nur war in meiner Fall eher eine Lücke denn ein Spaltmass das etwas zu gross geraten ist.

Eigentlich sollte zwischen dem Einstieg und der Heckklappe gerade soviel Platz sein, dass der Gummikeder passt. So habe ich die Position der Heckklappenbefestigung immer weiter nach oben korrigiert bis zum Anschlag. Naja, das reichte noch nicht, wie man auf dem Bild gut sehen kann. Klar, meine Heckklappe stammt von einem anderen Fahrzeug aber die Differenz war nun wirklich zu gross.

Nach intensiven Bildstudium von anderen KR200 kam ich zum Schluss, dass der komplette Einstieg mehr nach vorne und gleichzeitig nach unten gerückt werden muss. Na dann – Einstieg demontieren, alles Begutachten und entsprechende Korrekturen vornehmen. Nun habe ich den Einsteig um knapp 2 cm nach vorne gerückt alles neu verbohrt und siehe da es scheint langsam zu passen.

Jetzt liegt alles bereit zur Montage. Danach hoffe ich wieder etwas Land zu sehen und langsam aber sicher die ersten Zwei-Tack Töne aus dem Motor zu entlocken.

 

 

Rayonnah wird versteigert

Seit der Bruce Weiner Auktion ist der Rayonnah auch breiteren Kreisen ein Begriff – brachte der damals versteigerte Wagen doch fast $200’000. Die Ästheten unter uns mögen beim Anblick eines Rayonnah die Nase rümpfen aber man muss dem Wagen doch seinen Respekt zollen. Schliesslich wurde bereits 1951 ein grosses Mass an Innovation auf die Strasse gebracht, auch ist die Verwandtschaft zum Messerschmitt, der ja erst 2 Jahre später vom Band rollte nicht zu verleugnen.

Nun steht das Exemplar der Hersteller-Familie Hannoyer zum Verkauf – na dann los 50’000 – 80’000 Euro soll das Exemplar bringen. Ist ja ein Klacks sieht man das Madison-Ergebnis vor Augen.

Hier gehts zur Auktion: http://www.artcurial.com/fr/asp/fullcatalogue.asp?salelot=2400+++++364+&refno=10468896&image=23

 

KR200 – Haubenrahmen montieren, ein Erlebnisbericht

KR200 – Haubenrahmen montieren, ein Erlebnisbericht

Heute habe ich mich in die tiefen der Messerschmitt-Restauration begeben – die Montage des Haubenrahmens mit Seitenscheiben und Frontscheibe stand an. Will man all den Berichten auf den einschlägigen Foren glauben, gibt es kaum was schlimmeres, die Montage muss der allergrösste Horror sein. Einige Leute verbrachten bis zu einer Woche in der Garage bis die verflixte Haube endlich an Ort und Stelle war.

Also habe ich alle Infos die im englischen Messerschmitt Forum verfügbar waren genau gelesen und mich entsprechend vorbereitet. Zuerst, das wichtigste!

Die Montageanleitung im KaroTip bezieht sich auf neue Seitenscheibenrahmen – nicht auf gebrauchte!

Somit ist auch klar, das die Anleitung für den normalen Restaurateur nicht der richtige Weg ist. Folgende Punkte sind wichtig damit es klappt.

  • Seitenscheibenrahmen aufbördeln (sollte mindestens parallel sein)
  • Haubengummi schneiden, so dass ein L-Profil entsteht
  • Zusammengepresste Stellen mit Kabelbinder sichern

So gelang es mir ohne fremde Hilfe beide Seitenscheibenrahmen und die Haube in 3 Stunden zu montieren. Aber beginnen wir ganz von Vorne…

1.) Seitenscheibenrahmen aufbördeln

Bei gebrauchten Rahmen muss die Aufnahme aufgebördelt werden. Idealerweise bis der Ausschnitt parallel ist. Es gibt Leute, die machen das ganz professionell mit Maschine aber für Alle die nicht täglich Seitenscheibenrahmen montieren tut es auch die Hand-Variante mit selbergemachtem Werkzeug.

Das Werkzeug wird in die Aufnahme eingeführt und der Rahmen aufgebördelt. Die Aufnahme sollte soweit aufgebördelt werden damit die Seiten parallel sind. An den Stellen wo mehrere Dinge zusammenkommen z.B. vorne beim Steg kann der Rahmen etwas weiter geöffnet werden.

 2.) Haubengummi zuschneiden

Der Haubengummi hat ein U-Profil, in das der Rahmen eingeführt werden soll. Es mag Leute geben, die das auch hingekriegt haben, aber in der Regel faltet sich das U-Profil beim Einführen das Rahmen und Seitenscheibenrahmen und Haubenrahmen können nicht genügend weit zusammengestossen werden. Desshalb kann der Gummi so zugeschnitten werden dass ein L-Profil entsteht – nun stört nichts mehr beim Zusammenbau!

Links das originale Gummi – Rechts das auf L-Profil zugeschnittene Gummi

3.) Gummi vormontieren

Um das Gummi etwas geschmeidiger und rutschiger zu machen kann man Seife nehmen oder Fett. Ich habe den Gummi auf der innenseite des L-Profils eingefettet und dann ich den Seitenscheibenrahmen eingelegt. Damit der Gummi nicht gleich rausfällt habe ich alles mit etwas Klebstreifen fixiert.

4.) Scheibenrahmen einführen

Ich habe jeweils hinten die untere Leiste zuerst eingeführt, danach habe ich oben den Rahmen eingeführt und mit Kabelbinder fixiert, das alles zusammenbleibt. Ist der Rahmen mal so eingepasst, kann der Rahmen mit viel Schmackes ganz nach hinten bis zum Anschlag eingeführt werden. Ein Gummihammer hilft, falls man in der Jugend nicht genügend Spinat gegessen hat 🙂

Dann gehts weiter, in Richtung Alusteg. Da müssen nun Haubenrahmen, Scheibenrahmen, Gummi und Steg zusammenkommen. Ist mit etwas fummlerei Verbunden, aber wenn man zuvor den Scheibenrahmen an dieser Stelle etwas weiter öffnet klappt es ganz gut.

Nun, 90 Minuten später ist der erste Scheibenrahmen montiert!

Ich war sehr erstaunt, wie „einfach“ die Montage des Seitenrahmens war – ohne die Tips und Erfahrungen aus dem englischen Messerschmitt-Forum hätte das kaum so gut geklappt. An dieser Stelle danke ich allen die Ihr Wissen bereitwillig zur Verfügung gestellt haben.

5.) Frontscheibe montieren

Zuerst wird der Gummi auf Rahmen und Karrossererie aufgesteckt, dann wir die Scheibe oben in den Gummi eingeführt und nach oben gedrückt. Jetzt kommt Spezialwerkzeug zum Einsatz.

Oben: Füller-Einziehwerkzeug, Unten: Gummihacken

Mit dem Scheibengummihacken wird der Gummi aufgezogen und die Scheibe rutscht in die Gumminut ein. Nun muss der Füller eingezogen und zugeschnitten werden. Man beginnt oben, mit Hilfe des Füller-Werkzeugs kann der Füller einfach eingezogen werden – wichtig, auf beiden Seiten etwas überstehen lassen und danach in Gehrung schneiden. Nun wird noch der restliche Füller eingezogen und angepasst.

Fertig!

Mit dem montierten Haubenrahmen sieht mein Messerschmitt erstmals wie ein „richtiger“ Messerschmitt aus. Ich bin glücklich , dass ich dieses wichtige Restaurationskapitel nun abgeschlossen habe. Es gibt natürlich immer noch einiges zu tun, aber ein Meilenstein ist nun erreicht.

Als nächstes muss ich die Plexihaube einpassen. Die ist nicht zuletzt wergen der hohen Materialkosten (aktuell kostet eine Haube € 920.-) eine weitere Horrorarbeit. Nachdem mit nun alle geraten haben anhand einer alten zugeschnittenen Haube die Masse auf die neue zu übertragen schaue ich jetzt erstmal wo ich eine Musterhaube bekomme.

 

 

KR200, es geht voran (immer noch langsam…)

Wer hätte das gedacht, dass in einem so kleinen Wagen der ja fast fertig war noch so viel Arbeit steckt! Glücklicherweise unterschätzt man in der Regel anstehende Arbeiten und macht sich voller Elan ans Geschehen. Nun, zwei Monate und viele Stunden später sieht der Wagen langsam wie ein Messerschmitt aus.

Die letzten Tage habe ich mit der Aufarbeitung des Haubenrahmens verbracht – ein „Aluminium-Guru“ hat vor langer, langer Zeit alles Sandgestrahlt – etwas dümmeres ist wirklich schwer vorstellbar. Naja, egal nun sieht der Rahmen wieder aus, wie er sollte und eine erste Probemontage auf dem Fahrzeug lässt den KR200 wie in neuem Kleid erscheinen.

Nun steht noch die abschliessende Politur des Alus an und danach freue ich mich bereits auf die Hauben-Montage. Es gibt ja allerlei Tips dazu:

  • Rahmen aufbördeln
  • Alles sehr grosszügig mit Seife einschmieren
  • Mittelkeder bei Scheibenrahmengummi entfernen

und wahrscheinlich noch vieles mehr. Da bereits die Montage ohne Gummis einiges an zusätzlichen Händen gebraucht hätte wird es mit Gummi bestimmt ein „Kinderspiel“ – aber dazu später mehr.

Es soll ein altes Foto geben, auf dem die Export-Fahrzeuge mit ihren getrennten Haubenrahmen inkl. Seitenscheiben und Haube zu sehen sind. Wäre das ev. ein einfacherer Weg, zuerst den Haubenrahmen und die Seitenscheibenrahmen zusammenbauen und danach alles auf die Karosse zu montieren? Hat das schon jemand probiert?

Neben all dem „Alu-Pain“ habe ich das elektrisch angeschlossen, Motor, Kabel und neue Stossdämpfer montiert und den Lenker überarbeitet. Jetzt fehlt mir nur noch der Zündschlüssel, damit ich den ersten Problelauf machen kann. Ich hoffe der Vorbesitzer findet den bald…

wie alles begann…

http://www.rollermobilclub.ch/mein-kr200/

http://www.rollermobilclub.ch/kr200-es-geht-voran-langsam/

Waldfund!

Eine Isetta steht im Walde ganz still und stumm,
Sie hat von lauter Grünzeug ein Mäntlein um.

so oder ähnlich haben wir das als Kinder unzählige male gesungen…

Vor kurzem wurde diese Isetta aus den Wäldern um Burgdorf geborgen und wird nun Ihren letzten Lebensabschnitt als Objekt im Garten von Pesche erleben. Die Isetta lag nur ca. 200 Meter von der Strasse entfernt, war aber durch Ihre grüne Lackierung im Wald schwer zu erkennen.

Tolle Fotos!

Winterprojekt gesucht?

Die Tage werden kürzer, der Winter steht vor der Tür. Nun ist es wirklich Zeit, sich den Projekten die bereits in der Garage stehen zu widmen!

Noch kein Winterprojekt in Sicht?

Kein Problem – aktuell bietet eBay zwei Optionen die nächsten Wochen, wohl eher Monate in der Garage zu verbringen.

Hier gibt gleich zwei Isettas – eine schon lackiert. Das gibt zumindest keine schwarzen Finger 🙂

Wem dieses Projekt zu einfach ist, dem kann hier geholfen werden – eine Arzt-Isetta!

Sieht wirklich so aus, als müsste die Isetta dringend zum Metalldoktor…

KR200, es geht voran (langsam…)

Seit Oktober habe ich wieder einen KR200 in der Garage. Das Fahrzeug wurde so um ca. 1985 neu lackiert und mit dem Zusammenbau begonnen.

Völlig überraschend, steckt nun doch mehr Arbeit im Fahrzeug als ich in der ersten Euphorie gedacht habe 🙂

Die bereits erledigten Arbeiten wurden soweit gut gemacht, allerdings sind viele Dinge nach 30 Jahren Dornröschenschlaf in einer dunklen Garage für eine neuerliche Überholung reif. Glücklicherweise waren viele benötigte Ersatzteile damals bestellt worden und konnten nun, „gut gelagert“ verbaut werden. So habe ich Silentgummis ersetzt, neue Kabelzüge eingezogen, den Kabelbaum angeschlossen, neue Stossdämpfer verbaut, die Scheinwerfer eingebaut und vieles mehr…

Heute konnte ich nun das grösste Falschteil tauschen. Mein Fahrzeug hatte ein Heckteil ohne obere Schlitze und mit sieben Seitenschlitzen, also was um 1960 herum. Unser lieber Clubkollege Hans hat einen 1961 Karo mit frühem Heckteil und war bereit, dieses Teil mit mir zu tauschen.

Herzlichen Dank Hans, Du hast mir eine grosse Freude damit gemacht.

Wie man auf dem Foto sieht, ist der Farbton nicht ganz identisch – da muss also noch was gemacht werden. Aber ich bin zuversichtlich, dass der Wagen bald wieder einfarbig ist.

Mikrus – der etwas andere Goggo

Vor einigen Jahren, der Zufall wollte es so; stand ich in einer Garage um einen Vorkriegswagen zu besichtigen. In derselben Garage stand noch ein BMW 600 der mir bekannt vorkam. Wenig später stand Clubmitglied Pesche vor mir – nach einigen Diskussionen über die Vor- und Nachteile der Vorkriegsbolide führte mich Pesche zu einer weiteren Garage. Dort stand ein Mikrus MR300, frisch aus Polen importiert. Der Wagen sah nach Arbeit aus und das Ersatzteilangebot vom Goggo muss da ja nicht zwingend helfen.

Ich muss gestehen, dass ich lange nicht mehr an diesen Wagen gedacht habe – aber nun ist er für das Kleinwagentreffen in Wohlen gemeldet. Die Restauration hat sich gelohnt, der Wagen mit der Zweifarbenlackierung gefällt auf Anhieb und ist eine willkommene Abwechslung in der von Isettas und Karos dominierten Szene.